Freitag, 15. Februar 2013

# 5 Anna Weidenholzer „Der Winter tut den Fischen gut“



Vorstellung der Nominierten für den Publikumspreis der Leipziger Buchmesse


 (Copyright: Residenz Verlag)
Die Autorin:
Anna Weidenholzer wurde im Jahr 1984 in Linz geboren. Nach ihrem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft in Wien und Wroclaw (Polen) widmete sie sich ganz der Schriftstellerei. Sie veröffentlichte Texte in Literaturzeitschriften und Anthologien, und debütierte im Jahr 2010 mit der Erzählungssammlung Der Platz des Hundes, mit welcher sie im Jahr 2011 für das Europäische Festival des Debütromans in Kiel nominiert wurde. Anna Weidenholz wurde zudem bereits mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wie etwa dem Alfred-Gesswein-Preis 2009, einem Aufenthaltsstipendium im Schloss Wiepersdorf 2011 und dem Staatsstipendium für Literatur 2011/2012. Heute lebt sie in Wien.

 

 (Copyright: Lukas Beck)

Der Roman:
Der bereits im September 2012 erschienene 250-Seiten-starke Roman handelt von Maria, einer arbeitslosen Textilfachverkäuferin, die ihre Zeit damit verbringt, auf einer Bank am Platz vor der Kirche zu sitzen und vorüberziehende Leute zu beobachten. Dabei läuft Marias eigenes Leben rückwärts, indem sie an ihre vergebenen Möglichkeiten, offenen Träume oder geschehenen Unfälle denkt. Im Roman zeichnet die Autorin so das Bild einer Frau, die sich am Rande der Gesellschaft befindet. Der Leser bekommt einen Blick für das Absurde im Alltäglichen und dem Alltäglichen im Absurden, und ihm wird vor Augen geführt, dass auch der Rand der Gesellschaft mitten im Leben steht.

Die Autorin im Interview:
Im Folgenden könnt ihr euch ein Interview von Anna Weidenholz ansehen, in dem sie über ihren Roman spricht:



Stimmen der Presse:
„…die klare, reduzierte Sprache, den ganz eigenen, zwischen Melancholie und Komik schwebenden Ton, den genauen Blick für die kleinen Details, die den Alltag ihrer Figuren zum Leuchten bringen. (…)  'Der Winter tut den Fischen gut' ist ein gänzlich unsentimentaler Roman über Einsamkeit und Überforderung, über Perspektivlosigkeit und verlorene Träume. Doch Weidenholzer findet dafür einen ganz eigenen Ton – klar, beinahe spröde, und dabei von großer Verletzlichkeit und unkonventioneller, seltsam tröstlicher Schönheit.“ (Martina Wunderer, Buchmagazin Literaturhaus Wien)
„Die Stärke von 'Der Winter tut den Fischen gut' ist der innere Rhythmus der Erzählung. Die geschickt gesetzten Wechsel zwischen dem unerbittlichen Realismus der tristen Alltagsbeschreibungen und den versponnenen, liebevoll geschilderten Tagträumereien und Gedankenspaziergängen der Protagonistin verleihen dem 240-seitigen Buch Dynamik und Tiefe. Es findet sich sogar noch Platz für skurrilen Humor. (…) Klug, präzise und nachdenklich stimmend – ein wahrlich bemerkenswerter Roman.“ (Lukas Luger, Oberösterreichische Nachrichten)
„Anna Weidenholzer hat einen eindringlichen Roman über die Arbeitswelt, ein Thema, das in der Gegenwartsliteratur zumeist bestenfalls in Form von Satiren behandelt wird, geschrieben. Mehr noch: Sie hat anhand eines exemplarischen Falles ein Bild alltäglichen Elends entworfen, das weder reißerisch noch moralisierend ist, sondern voll von präzisen Beobachtungen, erschreckenden ebenso wie absurd-komischen.“ (Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung)
„Weidenholzers schnörkelloser Stil mit dem Hang zu wunderbar klaren Sätzen und der interessante Ansatz, die Geschichte rückwärts zu erzählen, überzeugt.“ (Anna-Maria Wallner, Die Presse Schaufenster)
„Das Buch wirft so manche gesellschaftspolitisch brisante Frage auf, wie etwa mit Menschen umzugehen ist, die in fortgeschrittenem Alter von einem Tag auf den anderen arbeitslos werden und plötzlich von der Mitte der Gesellschaft an den Abgrund derselben gedrängt werden? Anna Weidenholzer setzt mit ihrem beeindruckendem Roman der fiktiven Figur der Maria Beerenberger ein würdiges Denkmal, stellvertretend für tausende ähnliche reale Schicksale am Rande unserer Gesellschaft.“ (Wolfgang Kühn, magazin)
„Anna Weidenholzer entlässt ihre Hauptfigur voller Empathie, Lebenserfahrung und Abgeklärtheit in den Text. Als Leser ist man stumm wie ein Fisch im Winter, weil jeder Satz nur eine Verhöhnung des Schicksals der Protagonistin wäre. Dabei ist die Welt voll von Figuren wie Maria Beerenberger, sie leben in einer Anti-Welt des Wirtschaftsglanzes mitten unter uns.“ (Helmuth Schönauer, Tiroler Gegenwartsliteratur)
„Ihre literarische Sprache ist sehr reduziert, aber jedes Wort sitzt. Und mit jedem Satz wird der Leser neugieriger und ungläubiger.“ (Catarina von Wedemeyer, taz)
                      
So meine Lieben... bis zum 07. März kann für den Publikumspreis der Leipziger Buchmesse gevotet werden, und zwar genau HIER unter dem Menüpunkt "Voting". Ich hoffe ihr macht alle fleißig mit ;)

Kommentare:

  1. Hm das ist glaub ich so gar nix für mich. Stehe mehr auf Thriller und Krimis. Aber trotzdem mag ich deine Buch-Vorstellungen! Danke dafür.

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  2. Spricht mich auch nicht so an, trotzdem ist es schon geschrieben. Mir gefällt dein Schreib-Stil :)

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    1. Geschmäcker sind eben verschieden ;)
      Danke aber für dein Kompliment...

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  3. hmm mag solche Dramen eigentlich nicht so gern
    http://melissa-upintheair.blogspot.com/

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    1. Dann kannst du ja für eines der anderen nominierten Bücher voten ;)

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  4. hört sich interessant an, ich mag Darstellungen des Absurden, wenn sie gut sind =)

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  5. Ich fibde deine Blog-Idee sehr gut! Weiter so :)

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  6. Dein Blog is wirlich cool, weiter so!
    Super Rezessionen!

    LG Mona

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  7. Juhu mal ein anderer Blog, als nur fashion, fashion, fashion Kram :D
    freut mich ^^
    Ich werde mir mal einiges durchlesen..
    Im Moment lese ich gerade "Die Werte der modernen Welt unter Berücksichtigung diverser Kleintiere" von Marina Lewycka
    Es ist ganz ok..

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  8. Toll wie du dich da reinhängst und die Pressekritiken rausgesucht hast. Sehr fleißig! Vielleicht finde ich bei dir endlich mal wieder ein Buch, was mir gefallen könnte.

    LG http://flulu-unbound.blogspot.de/

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  9. find's auch schön hier mal wirklich ein bisschen inspiriert zu werden (:

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  10. das wäre genau die art von buch, an denen ich im bücherladen stumpf dran vorbeigehen würde :D

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    1. Jeden spricht eben etwas anderes an... und das ist auch gut so ;)

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  11. Ich steh nicht so auf die Art von Buch, aber ist ja bei jedem anders :)
    trotzdem find ich deinen blog cool, so einen hab ich noch nie gesehen es gibt fast nur noch modeblogs..

    http://inci-retroliebe.blogspot.de/ :)

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  12. Würde ich lesen, klingt interessant! :-) Vielleicht jetzt in den Ferien, wenn ich mal ein bisschen Zeit habe...
    Lieben Gruß,
    Marie

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  13. Ich muss mir dringend ein paar neue Bücher besorgen! ;)


    Liebst, Elisa Zunder
    http://zunderzunder.blogspot.de/

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