Mittwoch, 6. Februar 2013

Rezension zu Umberto Eco`s "Der Name der Rose"


„Dinge sind vergänglich, es bleiben nur Namen.“



(Copyright: Carl Hanser Verlag, Wolfgang Lauter)

Der im Jahr 1932 geborene Umberto Eco schrieb mit dem Roman Der Name der Rose einen weltweiten Bestseller. Der Roman wurde im Jahr 1980 in Italien unter dem Namen Il nome della rosa veröffentlicht und erschien zwei Jahre später in der deutschen Übersetzung. Bis heute wurde dieser Roman des italienischen Schriftstellers, Kolumnisten, Philosophen und auch Medienwissenschaftler Eco über 9 Millionen Mal verkauft. Dies liegt wohl nicht zuletzt daran, dass dieser historische Kriminalroman auf angenehmste Weise ein Epochenporträt des Mittelalters mit philosophischen und semiotischen Aspekten verbindet. So soll auch weniger bewanderten Lesern der Zugang zu den tieferen Bedeutungsebenen des Romans ermöglicht werden. 


Inhalt geht es um Folgendes: Der Franziskanerpater William von Baskerville besucht im November 1327 eine mittelalterliche Benediktinerabtei und wird Zeuge von mysteriösen Morden. Schließlich sieht er es als seine Berufung an, diesen Morden auf den Grund zu gehen und den oder die Mörder zu ermitteln. Die Hauptfigur des William ist der Protototyp eines Aufklärers: er vereint einen mittelalterlichen Körper und einen neuzeitlichen Geist. So kann er schnell ein Motiv ausmachen: allen Opfern ist gemein, dass sie kurz vor ihrem Tod im Besitz eines geheimnisvollen Buches waren. Die Handlung spielt an nur sieben aufeinander folgenden Tagen, was als ein Seitenhieb auf die Apokalypse gesehen wird, und ist ebenso spannend wie überraschend. Denn immer mehr bekommt der Leser einen Einblick in das Klosterleben der Mönche, in die verbotenen Leidenschaften der einen und die kriminellen Energien der anderen.

 (Zeichnung der Abtei auf der Innenklappe des Buches)

Große Beachtung in der Forschung hat die Zitation des Romans gefunden, denn so, wie der Roman mit einem Zitat beginnt und auch mit einem Zitat endet, so zitiert der gesamte Text unentwegt und verweist somit auf unzählige andere Texte: auf das Hohelied Salomons, auf Sherlock Holmes oder auf Jorge Luis Borges. So soll der Leser zur Lektüre weiterer Texte animiert werden. 
Im Roman wird aber auch ein Lehrsatz der Semiotik verdeutlicht, welcher lautet: Zeichen sind Leerstellen, die ausgefüllt werden müssen. So ist auch der letzte Satz des Romans zu verstehen, der zugleich den Titel erklärt: „Stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus.“ – was sinngemäß heißt: „Die Rose…auch heute heißt sie immer noch Rose… was bleibt, sind die Namen.“ Der Autor weist damit darauf hin, dass Dinge vergänglich sind und nur ihre Namen bleiben. Zeichen funktionieren also als Leerstellen, die ausgefüllt werden müssen. 

Dieser Roman bricht nicht zuletzt durch seine verschiedenen Bedeutungsebenen Gattungen auf, mischt verschiedene Genres untereinander und verbindet eine Vielzahl narrativer Codes. Wenn man als Leser denkt, man habe den versteckten Sinn gefunden, so tut sich immer noch eine tiefere Bedeutungsebene, ein neuer Interpretationsansatz auf. Selten habe ich einen derart tiefgründigen Roman in den Händen gehalten.

Kommentare:

  1. Also das Buch klingt anspruchsvoll aber doch interessant. Ich habe mir heute von meinem Lieblingsautor ein Buch gekauft und werde dieses erstmal lesen. Aber ich behalte es mal im Hinterkopf.

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    1. Anspruchsvoll fand ich es auch, aber die Mühe ist es wert :)

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  2. ja anspruchsvoll klingt es wirklich. von der geschichte her entspricht es jetzt nicht meienr richtung , ich glaube ich müsste mal im laden ein paar zeilen probe lesen , dann würde sich das vielleicht ändern...

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    1. Ich kann gern eine kleine Textprobe liefern, wenn gewünscht ;)
      Einfach nochmal Bescheid sagen...

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