Samstag, 30. März 2013

Rezension zu Brigitte Riebe`s „Die schöne Philippine Welserin“



Ein historischer Roman mit fiktiven Krimi-Elementen


 (Copyright: Gmeiner-Verlag)

Die 1953 geborene Schriftstellerin Brigitte Riebe veröffentlichte Anfang März 2013 ihren neuen Roman Die schöne Philippine Welserin. Sie studierte Geschichte, Germanistik und Kunstgeschichte, und arbeitete als Verlagslektorin, bevor sie sich im Jahr 1991 dazu entschied, Schriftstellerin zu werden. Nachdem sie lange Zeit vor allem Kriminalromane schrieb, versuchte sie im Fall der "schönen Philippine Welserin“ ihr Faible für die Geschichte mit dem für Krimis zu verbinden.

Der Roman spielt im 16. Jahrhundert: zur Zeit der Reformation und der festen Kasten innerhalb der Gesellschaft. Den Mittelpunkt der Erzählungen über diese Zeit bildet die Bürgerstochter Philippine Welser aus Augsburg, die sich verbotener Weise in Ferdinand II. von Habsburg verliebt. Dieser scheint ihre Liebe zu erwidern und es beginnt ein Leben voller Versteckspielen, Lügen und Problemen…
Denn da ihre Liebe am Hofe nicht geduldet wird, sind die Liebenden gezwungen, ihre Heirat geheim zu halten. Auch die aus der Liebe hervorgehenden Kinder müssen sich am Versteckspiel beteiligen und werden deshalb als Schwellenkinder, d.h. als Findelkinder, die man vor der Türschwelle findet, ausgegeben und in die Familie aufgenommen. In der Öffentlichkeit hat Philippine so einen schweren Stand. Einerseits gilt sie aufgrund dieser Kinder als Buhlerin oder Mätresse, auf der anderen Seite wird sie von den Menschen als Kräuterexpertin bewundert. Denn ihre Leidenschaft sind, neben Ferdinand, die Heilpflanzen, deren Wirkung Philippine immer wieder aufs Neue erforscht.

Und dennoch lebt Philippine Welser in ständiger Angst: sie hat Angst vor Bedrohung, Angst vor Vergiftung. Bei Bekannten, Freunden und sogar der eigenen Familie kann sie bald schon nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden…

Dieser Roman von Brigitte Riebe überzeugt nicht nur durch seine positive Aufmachung, sondern auch durch die gründliche Recherche der Autorin, was den historischen Faktenteil betrifft. So vermittelt sie uns in einer anschaulichen Erzählweise das Leben und Wirken der Philippine Welser im 16. Jahrhundert. Gleichzeit fällt schon zu Beginn auf, wie passend zum Inhalt das Buch gestaltet ist. Sowohl  Buchcover als auch Kapiteleinteilung sind auf die Erzählung abgestimmt. Deshalb findet der Leser in diesem Roman nicht einfache Kapitelüberschriften, sondern ein jedes Kapitel wird durch die Vorstellung einer Heilpflanze inklusive Skizze und Wirkungsweisen eingeleitet. Dem Roman kann somit auch ein nach außen hin rundes Erscheinungsbild quittiert werden.

Einziges Manko scheint mir die Romantypisierung „historischer Kriminalroman“ zu sein, die schon auf dem Buchcover dem zukünftigen Leser ein gewisses Versprechen gibt, welches in meinen Augen aber nicht eingelöst wird und werden kann. So verbindet man als Leser mit einem Krimi doch etwas anderes, als die hier von Brigitte Riebe eingeflochtenen fiktiven Kriminalelemente. Dies sei aber nur am Rande erwähnt, da dieser Umstand sich in keinster Weise auf die durchaus gelungene Erzählung der Autorin zur Philippine Welser auswirkt.

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