Sonntag, 5. Mai 2013

Thema des Monats: "Weltliteratur" I


Teil I: Weltliteratur seit Goethe

Seit Mai wird es eine neue Kategorie geben: das „Thema des Monats“. An jedem Sonntag wird dazu ein neuer Beitrag erscheinen. Im Mai 2013 lautet das Thema Weltliteratur. Was ist Weltliteratur für euch? Was zeichnet sie aus? Wann spricht man von Weltliteratur? Woher stammt der Begriff eigentlich? Wer entscheidet, was Weltliteratur ist und was eben nicht?
 
Statue von Johann Wolfgang Goethe in Leipzig

In diesem ersten Beitrag soll es um die Verwendung des Begriffs „Weltliteratur“ gehen. Erstmals wurde der Begriff von Christoph Martin Wieland (1733-1813), einem der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung, verwendet und bedeutete bei ihm „Literatur für den Weltmann“.  Doch schon Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) prägte den Begriff im Jahr 1827 neu, indem er ihn an jene Literatur band, die aus einem übernationalen, kosmopolitischen Geist heraus geschaffen wurde. So waren der künstlerische Wert und der Einfluss eines bestimmten Werks auf die Entwicklung der Literaturen der Welt entscheidend für die Zuordnung zur Weltliteratur. Goethe dachte demnach in globalen Maßstäben und sagte dieser Literatur eine gewisse Weltoffenheit nach. In seiner Literaturzeitschrift Über Kunst und Altertum spricht Goethe über die Weltliteratur. Folgende Aussagen machte er:


„National-Literatur will jetzt nicht viel sagen, die Epoche der Welt-Literatur ist an der Zeit."
„Die Schriftsteller der verschiedenen Nationen sollen einander kennenlernen und gemeinsam gesellschaftlich wirken.“
„Eine allgemeine Duldung der Weltliteratur wird erreicht, wenn man die Besonderheiten der einzelnen Nationen auf sich beruhen lässt; hervorheben müsse man den Verdienst für die ganze Menschheit“

Schon hier ist zu merken, dass der Begriff bei Goethe nicht definiert wird, sondern es sich bei ihm vielmehr um eine uneindeutige Wortschöpfung handelt. Es gibt kein Konzept, denn der Begriff wird offen verwendet. Goethe benutzt ihn besonders in Bezug auf die französische Rezeption seiner eigenen Werke. Für ihn ist Weltliteratur also keine Sache, sondern ein Phänomen der internationalen Kommunikation und gegenseitigen Rezeption. Dass Goethes Verständnis von Weltliteratur von dem heutigen abweicht, ist ersichtlich. Was wir heute darunter verstehen, damit beschäftigt sich der nächste Beitrag zum „Thema des Monats“.

Hat schon jemand Ideen? Was verstehen wir heute unter Weltliteratur? Was ist Weltliteratur für euch?

Kommentare:

  1. Konkrete Ideen habe ich zur Zeit noch nicht, aber dein Post hat mich zum nachdenken gebracht und ich freue mich auf den Teil 2. :)

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  2. Also ich finde schon, dass die großen deutschen Dichter und Denker zur Weltliteratur hören Goethe, Schiller, Mann. Aber nicht nur die! Dann wären da noch Shakespeare, Tolstoi, Dostojewski um mal die zu nennen, die mir so spontan einfallen. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass jeder einmal Faust gelesen haben sollte, ob er es nun gut findet oder nicht. Umso erschreckender, dass das jetzt vom Lehrplan meiner damaligen Schule gestrichen wurde.
    Liebe Grüße!

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  3. Ich finde, dass entscheidet jeder für sich selbst :p

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  4. Welt-Literatur sind für mich Werke, die auf der ganzen Welt behandelt werden, zum Beispiel in Schulen und Unis. Von Schriftstellern, die jedem ein Begriff sein sollten, wie zB Goethe. Werke, die sich seit Jahrzehnten auf der Erde und in den Köpfen literarischer Liebhaber befinden.

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  5. Weltliteratur ist für mich zeitlos und wird überall gelesen..

    LG, Miss B.

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