Mittwoch, 5. Juni 2013

Georg-Büchner-Preis 2013 wurde verliehen



Sibylle Lewitscharoff erhält die wichtigste Literaturauszeichnung des Jahres


© dpa

Die im Jahr 1954 geborene deutsche Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff wurde in den vergangenen Tagen mit dem Georg-Büchner-Preis ausgestattet. Dies ist der bedeutendste Literaturpreis in Deutschland und sogar im deutschen Sprachraum. In Gedenken an den Schriftsteller Georg Büchner wurde dieser Preis zum ersten Mal im Jahr 1923 vergeben. Wurden zu Beginn sowohl Schriftsteller, bildende Künstler, Schauspieler und auch Sänger geehrt, so formte man den Preis 1951 in einen Literaturpreis um, der fortan nicht mehr vom Volksstaat Hessen, sondern von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung gestiftet wurde. Eine weitere wichtige Änderung betraf die möglichen Teilnehmer. Denn während einst lediglich Künstler im weitesten Sinn, welche mit der Heimat Georg Büchners Hessen verbunden waren, teilnehmen durften, wurde der Teilnehmerkreis nun auf sämtliche Schriftsteller ausgeweitet, welche in deutscher Sprache schrieben und mit ihren Arbeiten das gegenwärtige deutsche Kulturleben wesentlich beeinflussten. Berühmte Preisträger waren bisher Gottfried Benn, Erich Kästner, Günter Eich, Paul Celan, Ingeborg Bachmann, Günter Grass, Heinrich Böll, Peter Handke, Christa Wolf, Peter Weiss, Ernst Jandl, Friedrich Dürrenmatt, Durs Grünbein, Sarah Kirsch, Elfriede Jelinek oder Felicitas Hoppe, um nur einige zu nennen. Das Preisgeld dieses Wettbewerbs wurde stetig erhöht, so dass seit dem Jahr 2011 für den Gewinner 50.000 Euro zur Verfügung stehen.

Die diesjährige Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff ist aber in Sachen Preisverleihungen kein unbeschriebenes Blatt. So wurde sie bereits 1998 mit ihrer Erzählung Pong in Klagenfurt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Danach regnete es viele weitere Preise wie etwa den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse für den Roman Apostoloff im Jahr 2009, den Berliner Literaturpreis, den Kleist-Preis oder den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis. Ihre literarischen Werke zeichnen sich durch Grenzüberschreitungen aus und durch den Mut, etwas Neues zu probieren. So erzählt Pong die Geschichte eines Verrückten, der die Welt ändern will. Seine absurde Logik bestimmt in der Erzählung die Perspektive. In Apostoloff lässt Sibylle Lewitscharoff zwei Schwestern auf die Reise nach Bulgarien gehen, welche dort die Überreste ihres toten Vaters finden wollen. In diesem Roman rechnet die Autorin schonungslos mit ihrem Herkunftsland ab. Ein weiterer bekannter Roman von Sibylle Lewitscharoff ist Blumenberg, welcher im Jahr 2011 veröffentlicht wurde. Hierin setzt sie sich auf tollkühne Weise mit dem Werk des Philosophen Hans Blumenberg auseinander. Derzeit hat Sibylle Lewitscharoff die Grimm-Professur an der Universität Kassel inne.

 
© Berlin Verlag; Suhrkamp Verlag

Bei der Vergabe des Georg-Büchner-Preises 2013 urteilte man über Sibylle Lewitscharoff folgendermaßen: „In ihren Romanen hat Sibylle Lewitscharoff mit unerschöpflicher Beobachtungsenergie, erzählerischer Phantasie und sprachlicher Erfindungskraft die Grenzen dessen, was wir für unsere alltägliche Wirklichkeit halten, neu erkundet und in Frage gestellt.“

1 Kommentar:

  1. Das ist recht interessant. Ich wusste nicht, dass es so eine Auszeichnungen gibt. Ihre Werke hören sich auch gut an, vielleicht sollte ich das, mit dem geistig Behindertem lesen.

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