Mittwoch, 26. Juni 2013

Rezension von Matthias Gereons "Die Eisbärin"


Ein gelungener Debütroman


 
© dotbooks

Der im Jahr 1979 geborene Matthias Gereon ist seit einigen Jahren als Polizeibeamter im Ruhrgebiet tätig und versuchte mit seinem Debütroman Die Eisbärin, den Lesern die deutsche Polizeiarbeit näher zu bringen. Der bereits im März 2013 erschienene eBook-Krimi thematisiert das Rollenverhältnis von Täter und Opfer bei einer Straftat. 

„Was tust du, wenn die Vergangenheit dich einholt und dein einstiger Peiniger plötzlich vor dir steht? Für Sabine wird dieser Alptraum Realität. Doch als sie auf solch brutale Art mit den Dämonen ihrer Kindheit konfrontiert wird, weiß sie: Sie will kein Opfer mehr sein. Aber vor allem will sie ihre kleine Tochter beschützen. Und so ersinnt sie einen Plan: Sie wird das Monster töten. Doch auch ihr Peiniger hat sie erkannt, und er will sein einstiges Opfer erneut beherrschen. Als Sabine wieder in seine Fänge gerät, scheint es, als müsse sie den Alptraum ihrer Kindheit erneut durchleben ...“

In diesem Klappentext ist so ziemlich alles zum Inhalt des Romans gesagt. Auf 359 Seiten lernt der Leser so nicht nur die liebevolle Mutter und Ehefrau Sabine kennen, sondern auch Sabine als das Rache schwörende Opfer. Zudem macht man Bekanntschaft mit dem sympathischen Ermittlerduo Bergmann und Klein, welches sehr realitätsnah ermittelt. Und obwohl der Autor, der diesbezüglich vom Fach ist, die Ermittlungsarbeit in allen Einzelheiten beschreibt, so vermeidet er dennoch trockene Beschreibungen oder komplizierte Fachbegriffe.

Besonders positiv aufgefallen sind in diesem Roman die kurzen Kapitel, welche nicht selten mit einem Cliffhanger enden, was der Spannung sehr zuträglich ist. Zudem durchzieht ein konsequenter Perspektivenwechsel den Roman, wodurch die Ermittlungen immer aus beiden Seiten – sowohl aus der Sicht der Ermittler, als auch aus der Sicht des Täters – gezeigt werden. Auch dies hebt die Spannung und gibt der Handlung einen besonderen Kick. Mit einem lockeren Schreibstil vermag es der Autor, den Leser bereits mit dem Prolog zu packen. Die folgenden drei Teile des Romans geben einen Einblick in das Leben von Sabine, in die Ermittlungen der Polizei und der abschließenden Lösung des vorliegenden Kriminalfalls.

© Matthias Gereon

Alles in Allem ist Matthias Gereon mit dem Kriminalroman Die Eisbärin sein Debüt durchaus gelungen. Auf präzise Art und Weise wird in diesem Roman die Frage nach Täter und Opfer diskutiert. Ohne schnörkelnde Sprache, aber dennoch mit prägnanten Bildern beschreibt er einen Kriminalfall, der sich in der Realität wohl tatsächlich genauso abspielen könnte, was wohl dazu beiträgt, dass dieser Roman den Leser derart emotional und aufgewühlt zurücklässt. Eine solide, ausbaufähige Leistung.

Auf DIESER Seite könnt ihr in eine Leseprobe zu Die Eisbärin eintauchen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ein Blog lebt erst durch Kommentare und dem Dialog.
Wir freuen uns daher über jeglichen "Senf", den ihr abzugeben habt. :)