Dienstag, 16. Juli 2013

Rezension zu "Die Erben der alten Zeit – Das Amulett" von Marita Sydow Hamann



Ein Fantasyroman mit Potential


 © Grassroots Edition

Die im Jahr 1973 in Norwegen geborene Marita Sydow Hamann wuchs in Deutschland, Österreich und Spanien auf, lebt heute allerdings mit ihrer Familie in Schweden. Dort beschäftigt sie sich vor allem mit dem Schreiben und der kreativen Kunst. Neben einigen Kinderbüchern veröffentlichte sie selbständig zwei Fantasy-Roman Das Amulett und Der Thul, welche nun auch von dem Verlag Grassroots Edition entdeckt und überarbeitet herausgegeben wurden. Während Der Thul erst im Laufe des Jahres erscheint, ist der erste Teil der Trilogie bereits seit Mai 2013 auf dem Markt.

Darin geht es um die kleine Charlie, die nach einigen mysteriösen Geschehnissen aus dem Waisenhaus ausbricht, um sich auf die Suche nach ihren Eltern und somit nach ihrer eigenen Identität zu machen. Schon bald betritt sie dabei eine fremde Welt – eine Welt der Magie. Die Handlung im Roman spielt sich insgesamt auf drei Ebenen ab. Neben der uns bekannten Welt und der mythischen Welt erscheint schon bald eine weitere, welche den futuristischen Kosmos zeigt.

Der Einstieg in die Handlung erfolgt sehr leserfreundlich durch die uns bekannte Welt. Schon zu Beginn erhebt sich im Roman Spannung, indem Charlie nach dem Fund eines sonderbaren Amuletts und Ungereimtheiten in ihrer Herkunftsgeschichte allein in die Welt geht, um nach ihrer Identität zu suchen. Nach einem gekonnten Übertritt in die zweite Ebene des Romans, findet man die Protagonistin inmitten einer Welt der nordischen Mythologie. Hier trifft sie den geheimnisvollen Jungen Biarn ebenso wie das sympathische Geschwisterpaar Tora und Kunar, welches ihr bei der Suche hilfreich zur Seite stehen. Vereinzelt kommt es zum Einschub einer dritten Ebene, die von Sora erzählt, einer über viele Jahre schlafenden Frau, die in einer hochtechnisierten Welt erwacht. Die Verflechtung dieser Welt mit dem Handlungsraum von Charlie ist für den Leser bis zum Schluss mit Spannung beladen. Wie gehören die Welten zusammen? Welche Rolle spielt das Amulett? Und welches Geheimnis verbirgt sich hinter Charlies Vergangenheit? Einige Fragen bleiben auch nach dem Ende des Romans Das Amulett hinweg unbeantwortet, sodass eine gewisse Spannung für den zweiten Teil der Trilogie aufgebaut wird.

Die rund 600-seitige Geschichte rund um Charlie besticht durch die eingehende Sprache. Die vielen mystischen Erscheinungen sprechen für einen großen Phantasiehorizont der Autorin. Doch kann man sich als Leser auch eben an dieser Phantasie stoßen. Denn zum einen scheint die Schar der mythischen Wesen scheinbar kein Ende zu nehmen und man verliert als Leser leicht den Überblick, zum anderen leben die Wesen und auch manche Geschehnisse einfach zu wenig aus ihrer mythischen Erscheinung heraus, sondern werden explizit als „Wunderwesen“ beschrieben. So werden bekannte Sachen schlicht mit neuem Namen ausgestattet, was beim Leser ein ständiges Zuordnen von Begriff und Ding stattfinden lässt. So ist es doch vielmehr der Zweck eines guten Textes, dass der mythische, seltsame Charakter eines Wesens aus der Sprache heraus deutlich wird. Daran könnte in folgenden Teilen gearbeitet werden. Des Weiteren erscheinen einige Szenen durch alltägliche Handlungen schlicht in die Länge gezogen und für den eigentlichen Fortgang der Geschichte unwichtig und einfach überflüssig. Dabei wäre Prägnanz dem Lesefluss zuträglicher. Trotz dieser Mängel steckt in der Geschichte einiges an Potential.


HIER könnt ihr euch auf der Homepage der Autorin etwas umschauen. In den nächsten Tagen folgt ein Interview mit Marita Sydow Hamann, in dem sie über ihren Roman und ihr Dasein als "Hybrid-Autorin" spricht.

Kommentare:

  1. Hey,

    ich bin durch lovelybooks auf deinen Blog gestoßen und finde den super schön :)

    Ich bin gleich Mitglied geworden und würde mich freuen, wenn du bei mir auf meinem Blog

    http://bessis-louisiana.blogspot.de/

    vorbeischaust :)

    Ganz liebe Grüße
    Besra

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  2. hey :) danke für dein Kommentar! :)
    Ich bin beim Berliner Abendblatt für 3 Monate in der Redaktion und bleibe danach in Berlin. Eine Zusage der HMKW für den Studiengang Journalismus und Unternehmenskommunikation habe ich schon, jetzt warte ich noch auf die FU. :)
    Liebst,
    Clara

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