Mittwoch, 24. Juli 2013

Überraschung beim Münchner Blanvalet Verlag



Wenn sich ein Autoren-Neuling als Bestsellerautorin entpuppt


© Andrew Montgomery

Kein Wunder das beim Blanvalet Verlag derzeit Freude und Euphorie an der Tageordnung sind. Dies hat der Verlag einem ganz besonderen Coup zu verdanken…

Bereits im Februar hatte Blanvalet die deutschen Rechte für das vermeintliche Krimi-Debüt Der Ruf des Kuckucks des britischen Autors Robert Galbraith erworben. Darin geht es um einen Kriegsveteranen, der seine Vergangenheit hinter sich lässt und zu einem Privatdetektiv wird. In seinem Fall muss er den vermeintlichen Tod eines Models aufklären, verstrickt sich dabei jedoch immer tiefer in Gefahren…

Im April diesen Jahres erschien der Krimi im englischen Original und wurde in den ersten Monaten bis zu 8.500 Mal verkauft, bis es zu einer Wende kam. Der Indiskretion eines Kanzlei-Mitarbeiters ist es zu verdanken, dass bekannt wurde, wer sich hinter dem Pseudonym Robert Galbraith verbirgt: nämlich niemand anderes als die mit den Harry Potter-Romanen weltberühmt gewordene Joanne K. Rowling. Den Kunstnamen formte sie aus der Kopplung der Namen ihres politischen Helden Robert F. Kennedy und einem Fantasy-Namen aus ihrer Kindheit Ella Galbraith. Seitdem die Sunday Times diese Tatsache in der letzten Woche in der Öffentlichkeit breittrat, explodierten die Verkaufszahlen innerhalb kürzester Zeit. In den britischen Bestsellerlisten konnte der Krimi sogar Dan Browns Inferno von der Spitze verdrängen. Der Branchendienst Nielsen BookScan spricht von einer unglaublichen Steigerung der Verkäufe von 41.000 Prozent!

 © Sphere Books

Der Blanvalet Verlag hat damit ein überraschend gutes Geschäft gemacht. Denn während sie die deutschen Rechte für den Krimi nach eigenen Angaben für einen vierstelligen Betrag erworben haben, liegen die Buchrechte von Joanne K. Rowling sonst im Millionenbereich. Weiterhin gibt der Verlag an, dass ihm zu keiner Zeit der Verdacht gekommen sei, dass der Krimi von der britischen Bestsellerautorin stammen könnte.

Doch während die Verlage sich freuen, ist die Autorin selbst „not amused“. „Zu sagen, dass ich enttäuscht wäre, ist untertrieben“ verriet sie in einem Interview. „Ich wollte ohne Hype und Erwartungen arbeiten und ein völlig ungeschminktes Feedback erhalten“. Bereits nach der Fertigstellung der Harry Potter-Romane kündigte die Autorin an, fortan unter Pseudonymen schreiben zu müssen, um ihre neuen Projekte vor dem Vergleich mit den einstigen Welt-Bestsellern zu schützen.

Ich persönlich finde es sehr schade, dass ein Buch aufgrund eines bestimmten Namens besser oder schlechter verkauft wird. Wie seht ihr das? Greift ihr lieber zu bekannten Autoren und ihren oft gehypten Romanen? Oder gebt ihr auch gern neuen Autoren eine Chance? Könnt ihr den Ärger für Joanne K. Rowling verstehen? Oder haltet ihr diese Angelegenheit für eine geplante PR-Aktion?

Kommentare:

  1. Ich denke mal nicht, dass so ein Buch besser oder schlechter bewertet wird. Es werden nur mehr Bücher verkauft wie du schon sagtest.
    Inferno wurde auch furchtbar bewertet und sammelt negative Kritiken...
    Und ja, ich denke es ist eine geplante PR Aktion... ich lese generell alles querbeet und stöbere oft in den Büchern, die gerade neu erschienen sind. Die Verlage stellen ja oft die gerade unbekannteren Werke auf die Presseseite der Homepage.

    Übrigens sehr schöner Blog, hast nen neuen Leser :)

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    1. Danke für deinen Beitrag...
      und natürlich: Herzlich Willkommen! :D

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  2. Ich finde es irgendwie doof das rausgekommen ist das es J. K. Rowling ist. Ja klar. Blanvalet freut sich jetzt über die Einnahmen. Aber J. K. Rowling hat extra einen Pseudonym benutzt um eben 'Anonym' zu arbeiten und zu sehen ob Lesern das Buch gefällt weil es gut ist oder einfach nur weil sie J. K. Rowling ist. Blöd das es rausgekommen ist. Irgendwie ja witzig aber... naja :/ Sie macht es ja nicht grundlos.

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  3. Mir ist offen gestanden ziemlich egal, was dahinter steckt.
    Natürlich kaufe ich gern Bücher von Autoren, die ich ohnehin mag, aber ich entdecke auch gern neues. Dabei gehe ich oft nach dem Titel oder dem Cover - oder eben nach Empfehlungen (Freunde, Blogs...). Nur altbewährtes ist doch langweilig und enttäuscht manchmal.
    Schöner Blog! :)
    Liebe Grüße
    Ann

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  4. Ich verstehe den Unmut von Frau Rowling und ich bin überzeugt, dass er echt ist, auch wenn sie mit ihrem Kriminalroman jetzt viel Geld verdient. Sie hat es aber nicht mehr nötig noch mehr Geld zu verdienen, sondern möchte ein unvoreingenommes Urteil zu ihrem Erstling in einem neuen Genre haben. Ich kann ihren Ärger gut nachvollziehen. Übrigens lese ich gerade dieses Buch und es unterhält mich wirklich gut. Der Protagonist ist nicht mainstream und das macht das Buch witzig und kurzweilig.

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