Montag, 26. August 2013

Interview mit Nika Lubitsch



 Teil I: Wer ist… Nika Lubitsch? 


© Nika Lubitsch
Nachdem der gestrige Post zum Thema des Monats aus zeitlichen Gründen ausfallen musste, kommt hier die Wiedergutmachung für euch: der erste Teil des Autoreninterviews mit Nika Lubitsch. :)

1. Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Mein Vater hat mir Sonntagmorgens immer eine Geschichte erzählt, die er sich in diesem Moment für mich ausgedacht hatte. Manchmal haben wir dann das Ende geändert, weil es mir so nicht gefallen hat, oder ich habe ihm Stichworte gegeben, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln sollte. In Landschulheimen und später im Internat habe ich abends meinen Zimmergenossinnen Gruselgeschichten erzählt. Sobald ich schreiben konnte, habe ich Geschichten aufgeschrieben. 

2. Sie haben in der Vergangenheit die verschiedensten Jobs ausprobiert. Welcher hat Ihnen am meisten zugesagt?
Ich war mit Herz und Hirn sehr gerne PR-Frau und das 23 Jahre lang in meiner eigenen Firma. Am Anfang nur für Musik und Film, später, nach vielen Lehrjahren, war ich spezialisiert auf Krisen-PR. Jeder Job, den man gut macht, macht auch Spaß. Es ist mir eine sehr große Freude, die gesamte Klaviatur eines Berufes bedienen und damit ein virtuoses Konzert geben zu können. Das ist mit dem Schreiben auch nicht anders.  Erst wenn man in einem Beruf an den Punkt kommt, an dem man selbst weiß: das war jetzt richtig gut, hat man so viel gelernt, dass man sich als Profi bezeichnen kann. Das Allerschönste ist dann, wenn man mit anderen Profis zusammenarbeiten kann, so dass aus dem Solo eine Symphonie wird. 

3. Warum schreiben Sie aktuell unter einem Pseudonym?
Ich habe unter meinem richtigen Namen mehrere lustige Sachbücher mit einer bestimmten Zielgruppe bei Verlagen veröffentlicht. Nachdem alle Verlage meine Romane abgelehnt hatten, hatte ich Angst, dass ich, wenn ich sie unter meinem richtigen Namen veröffentliche, meinen Namen kaputt mache. Und jetzt finde ich es gut, dass die beiden Schienen getrennt sind. Und ehrlich: eine schlechte Rezension für ein Buch unter Pseudonym greift einen nicht so an, als wenn man unter seinem richtigen Namen abgekanzelt wird.  

4. Wie kann man sich heute Ihren Arbeitstag vorstellen?
Ich bin immer noch keine Lerche, sprich, ich schlafe aus. Danach sortiere ich mich mit Blumengießen und Aufräumen. Mit einem Kaffee tappere ich zum Computer und checke „Der 7. Tag“ und „Das 5., Gebot“ bei amazon. Dann lese und beantworte ich erst mal meine E-Mails von meinen Lesern, das baut mich für den Rest des Tages auf. Danach facebooke ich ein bisschen und wenn ich dann mit meinem Mann gefrühstückt, mich geduscht und restauriert habe, wäre es eigentlich an der Zeit, mit dem Schreiben anzufangen. Theoretisch. Praktisch gibt es leider noch eine Menge mehr zu tun, wenn man als Selfpublisher unterwegs ist: Da muss man Coverentwürfe prüfen, Grafiker briefen, Nachdrucke beim Verlag bestellen, Korrekturen oder Lektorat in Auftrag geben, Werbeaktionen müssen geplant und angekündigt, Interviews müssen beantwortet werden. Und dann ist da noch die leidige Buchhaltung. Wie ich die hasse! 
Der zweite Teil des Interviews folgt morgen...

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