Mittwoch, 7. August 2013

Rezension zu Anna Radovanis "Der Walnussbaum"


Ein Roman, dem man größere Bekanntheit wünscht

 

 © Anna Radovani

Der Roman Der Walnussbaum wurde von einer Autorin unter dem Pseudonym Anna Radovani veröffentlicht. Sie beschreibt die Geschichte der jungen Kroatin Nella, welche mit ihrer Familie in einem idyllischen Häuschen in Zagreb lebt. Sie spielt zur Zeit des Bürgerkrieges in Jugoslawien in den 1980er Jahren.

Zu Beginn wird beschrieben, wie Nella ihre Schuljahre in Zagreb gemeinsam mit ihrer Oma verlebt. Der Leser erfährt, welche tragische Vergangenheit der Familie nachhängt: so kommt der Großvater zur Sprache, wie er mit dem Staat in Konflikt kam und die Eltern von Nella, die ihr Glück in Deutschland suchen mussten, da sie es im eigenen Land nicht fanden. Immer wieder taucht schon hier der Walnussbaum auf.

Später lernt die dann 17-jährige Nella den Künstler Nik kennen und sieht in ihm den zukünftigen Mann ihres Lebens. Doch die Vergangenheit ihrer Familien bedroht die Zukunft des Paares. Denn bereits in vergangenen Zeiten während des kroatischen Frühlings kamen sie miteinander in Kontakt. Als Nella von den schrecklichen Verwebungen ihrer beider Geschichten erfährt, bricht sie den Kontakt zu Nik ab und der jugoslawische Bürgerkrieg geriet in vollen Gange… werden die beiden dennoch eine gemeinsame Zukunft haben?

Die Autorin Anna Radovani nutzt in Der Walnussbaum eine klare und einfache Sprache, wodurch sich der Text leicht und flüssig lesen lässt. Der Plot ist durchgehend spannend, so fiebert der Leser beinahe durchgehend mit der Protagonistin Nella mit. Einzig die teilweise langen Erzählpassagen, die sich mit den zeitweise längeren Dialogen im Romantext abwechseln, könnten negativ angemerkt werden. Dadurch wirkt der Roman an mancher Stelle etwas langatmig. Für ein erzählendes Werk könnte man dem Roman zudem stellenweise allzu viel Historie vorwerfen. Doch wird ein Leser, der sich vorher durch den Klappentext informiert hat, sich über die geschichtsträchtige Tiefe des Romans Der Walnussbaum im Klaren sein, was die zahlreichen detaillierten Informationen rechtfertigt. Als letztes Manko sind die in meinen Augen teilweise übertrieben, fast schon kitschig-liebevollen Dialoge der Liebenden Nella und Nik vor zu heben.

Trotz dieser kleinen Mängel versteht es die Autorin, vergangene Ereignisse der jüngeren Zeitgeschichte auf interessante Weise mit einer Liebesgeschichte zu verkoppeln. Die von ihr dargestellte Kombination von Krieg und Liebe erscheint derart real, dass sie exemplarisch für viele andere Liebesgeschichten zu Kriegszeiten stehen kann.

 

1 Kommentar:

  1. huhu,

    klingt interessant, danke für die informationen :)

    Lg, c.
    (a-lifestyle-like-mine.blogspot.com)

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