Mittwoch, 14. August 2013

Rezension zu "Der 7. Tag" von Nika Lubitsch


Ein Krimi mit bemerkenswerter Erzählstruktur

 
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Unter dem Pseudonym Nika Lubitsch veröffentlichte eine Berliner Autorin den Kriminalroman Der 7. Tag im August 2012 als eBook. Nachdem unzählige Verlage ihr Manuskript abgelehnt hatten, brachte sie ihren Roman im Selbstverlag heraus und führte monatelang die Kindle-Bestsellerlisten an. Sogar den Erotik-Bestseller Shades of Grey, welcher mit einem ähnlichen Schicksal startete, ließ Nika Lubitsch auf der Bestsellerliste hinter sich. Auf Grund dieses großen Erfolgs wurde der Roman nun auch als Taschenbuch herausgegeben. Selbst die Filmrechte wurden bereits dem bekannten Filmproduzent und -regisseur Oliver Berben zugeschrieben.

In dem Kriminalroman Der 7.Tag wird die Geschichte von Sybille Thalheim, einer wohlsituierten Pressesprecherin, erzählt, die des Mordes an ihrem Ehemann, dem Staranwalt Michael Thalheim angeklagt ist. Zuvor schien das Eheglück der beiden perfekt, denn sie waren ein glückliches Paar, wohnten in einer Villa und erwarteten endlich ihr langersehntes Kind. Doch als Michael Thalheim an einem Freitag nicht aus dem Büro, welches er gemeinsam mit Freund Ulli betreibt, nach Hause kommt, gerät das Leben von Sybille Thalheim so sehr aus den Fugen, dass sie sich schon wenige Monate später als „Häufchen Elend“ auf einer Anklagebank wiederfindet.

Der Roman ist in zwei Teile unterteilt worden. Während sich im ersten Teil die Berichte von den Gerichtsverhandlungen um die Angeklagte Sibylle Thalheim aneinandergereiht finden, folgt im zweiten Teil die Darstellung des Geschehenen aus der Sicht der Angeklagten selbst. Zudem gehen hier externe Ermittler auf die Suche nach der Wahrheit.

Bemerkenswert an diesem Roman ist für mich vor allem die Art, WIE hier erzählt wird. Die Autorin arbeitet mit Rückblenden ebenso wie mit kurzen Zukunftsprognosen. So finden sich im Roman mehrere Erzählstränge nebeneinander, die sich inhaltlich ergänzen, vor allem aber vertiefen. Sehr gut gewählt sind die Zeitungartikel, welche im ersten Teil des Romans je ans Ende eines Kapitels positioniert wurden  und das bisher Geschehene zusammenfassen. Denn angesichts der Tatsache, dass die Geschichte sich um eine Pressesprecherin dreht, scheint diese Art des Resümees optimal zu passen. Über den zweiten Teil des Buches wird der Leser geradezu hinweg getragen, so flüssig liest sich der Text und die Spannung ist kaum auszuhalten. Hat Sybille oder hat sie nicht – ihren Ehemann ermordet? Und hat der oder hat der nicht – seine Frau hintergangen und ihr alles genommen, was ihr lieb und teuer war?

Nika Lubitsch weiß gekonnt mit ihren Figuren zu spielen und auch, wie sie ihre Leser auf`s Glatteis führen kann. So wird erst gegen Ende des Romans ersichtlich, wie verfahren und prekär die Lage eigentlich ist und das mit der Enthüllung des Mordes gleich mehrere Überraschungen warten. Dass es aufgrund der erwähnten differenzierten Betrachtungspunkte des Mordes und auch aufgrund der erwähnten unterschiedlichen Erzählstränge von Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart zu Wiederholungen innerhalb des Textes kommen muss, ist fast schon selbstverständlich. Doch beeinflussten diese Wiederholungen teilweise den Lesefluss, da man als Leser nicht immer wieder das vorgesetzt bekommen möchte, was einem bereits bekannt ist.

Insgesamt bietet der Kriminalroman Der 7. Tag von Nika Lubitsch aber großes Lesevergnügen und vor allem eine Spannung, die ich lange nicht mehr in Krimis fand.
 
Auch der zweite Kriminalroman von Nika Lubitsch Das 5. Gebot erschien erfolgreich als eBook, bevor es nun in gedruckter Form zu bekommen ist. Mit diesem Roman knüpfte die Autorin ohne weiteres an den Erfolg des ersten Romans an. Demnächst gibt es auch zu diesem Roman eine Rezension im Blog, woran sich ein Interview mit der Autorin anschließen wird. Darin spricht sie über den unglaublichen Erfolg und ihr neues Leben.

Kommentare:

  1. Ein Kriminalroman mit einer fesselnden Handlung, man fiebert einer Auflösung des Falls entgegen und am Ende erwartet den Leser noch eine Überraschung.

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  2. Ich habe sogar meine Mittagspause geopfert,weil ich undedingt das Ende lesen wollte.
    Damit hätte ich nicht gerechnet und macht das Buch:Der 7.Tag, noch spannender.
    Am Anfang hatte ich ein bischen Schwierigkeiten aber wenn man sich eingelesen hat,kann man nicht wieder aufhören.Danke für den spannenden Krimi.solopa

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  3. Ich habe den Roman " Der 7. Tag" Von Nika Lubitsch mit großer Spannung in einem Zug gelesen. Und obwohl ich kaum Kriminalromane lese, hat mich dieses Werk ganz besonders fasziniert sowohl inhaltlich als auch sprachlich. ganz sicher werde ich versuchen, auch andere Werke dieser Autorin zu lesen! danke!!!

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  4. Ich habe den Roman verschlungen. Bin ein absoluter Krimi - Fan, aber der hier war besonders toll, spannend und feseelnd. Auch die Erzähl- und Schreibweise sind fanzinierend ohne große Schnörkel. Habe genau einen Tag und einen Abend gebraucht, konnte einfach nicht aufhören.

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