Mittwoch, 28. August 2013

Zweiter Teil des Autoreninterviews mit Nika Lubitsch



Zwischen den Zeilen bei… Der 7. Tag & Das 5. Gebot



1. Warum schreiben Sie gerade Krimis?
Weil ich selbst am liebsten Krimis lese.

2. Woher stammen die Ideen zu den Handlungen in den Kriminalromanen?
Das sind immer Dinge aus meinem Leben, die ich verarbeite. Im „7. Tag“ war es eine befreundete Notarin die mit den Millionen ihrer Mandanten durchgebrannt ist. Und ein uns bekannter Bauunternehmer, der ein Riesengrundstück gekauft hat und Jahre später Insolvenz anmelden musste, weil ein neues bildgebendes Verfahren erfunden worden ist, das tiefe Bodenkontamination nachweisen kann. Beim 5. Gebot war es die Erinnerung an meine Zeit als Au-Pair in der englischen Familie mit den zauberhaften Zwillingen und die Erinnerung an meine Ex-Schwiegereltern in Lyon. In meinem neuen Krimi war es die gruselige Begegnung mit einer uralten Plastischen Chirurgin in einer noch gruseligeren Villa. „Das ideale Setting für einen Krimi“, dachte ich damals, als ich das Haus aufatmend verließ. Mein neue Serie „Kudamm 216“ spielt an einem für mich magischen Ort. Sowohl mein Mann als auch ich haben einmal zur gleichen Zeit in diesem Haus gearbeitet (ohne uns zu kennen), es war außerdem der Sitz meines Gynäkologen und dann haben dort Menschen gewohnt, die inzwischen gute Freunde von uns sind. Es sind also oft Orte, die mich inspirieren und ein bisschen Politik oder Geschichte.

3. Wie kann man sich Ihre Arbeit an diesen Romanen vorstellen? Konstruieren Sie Personen, Handlungsstränge etc. bevor Sie zu schreiben beginnen oder schreiben Sie einfach drauf los?
Sowohl als auch. Am besten wird es immer, wenn mir ein Roman, eine Szene passiert. Aber natürlich mache ich vorher einen Plot, einen Szenenaufbau, Biografien für meine Protagonisten, Timetables etc. Aber ich lasse mir durchaus die Hintertür offen, dass ich all das auch umschmeißen kann, wenn meine Protagonisten etwas anderes mit mir anfangen wollen.

4. Warum haben Sie sich für die Selbstveröffentlichung der Romane und damit gegen die Veröffentlichung durch einen Verlag entschieden?
Das war nun wirklich keine freiwillige Entscheidung. Meine Romane wollte einfach keiner haben. Zumindest „Der 7. Tag“ wurde mir von allen großen Verlagen zurück geschickt. Man hatte einfach kein Interesse an neuen deutschen Autoren, das sei viel zu teuer, diese aufzubauen. Klar, so eine englische Übersetzung ist weitaus preisgünstiger. Und „Der 7. Tag“ war ja nun beileibe nicht mein erster Versuch, einen Roman zu platzieren. Ich war dann so verunsichert, dass ich meinem Agenten nicht mal meine Romane gezeigt habe.

5. Wie haben Sie selbst den überraschenden Erfolg der Romane wahrgenommen? Wie überrascht waren sie?
Ich habe täglich zu meinem Mann gesagt: Kneif mich mal. Es war überwältigend, selbst jetzt, wenn ich daran denke, also über ein Jahr nachdem ich das erste Mal auf Platz 1 gekommen bin, schießen mir noch die Tränen in die Augen. Dass ich das mit fast 60 Jahren noch erleben darf, das ist einfach das größte Geschenk meines Lebens. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass sich mein Lebenstraum noch erfüllt hat. Ich wollte immer eins werden: eine alte, erfolgreiche Schriftstellerin.

6. In der Presse war zu lesen, dass „Der 7. Tag“ verfilmt werden soll. Wie viel Mitsprache wünschen Sie sich bei einer möglichen Verfilmung?
Schuster bleib bei deinem Leisten! Ich schreibe. Und die Filmmenschen machen daraus einen Film. Wenn Oliver Berben „Der 7. Tag“ wirklich verfilmt, fühle ich mich da in den besten Händen, deshalb habe ich mich ja auch für ihn und gegen die anderen Bewerber entschieden.

Ein herzliches Dankeschön an die Autorin!

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