Samstag, 21. September 2013

Rezension zu "Liebe und andere Parasiten" von James Meek


Familien- und Gesellschaftsroman in einem


 © Deutsche Verlags-Anstalt

Der britische Autor und Journalist James Meek wurde im Jahr 1962 in London geboren. Sein Roman Liebe und andere Parasiten ist bereits der zweite Roman des Autors, der in die deutsche Sprache übersetzt wurde.

Der Klappentext des Buches bringt die Handlung auf den Punkt: „Bec Shepherd, Forscherin aus Leidenschaft, hat ein hehres Ziel im Leben: Sie will die Menschheit von der Geißel der Malaria befreien. Dafür ist sie sogar bereit, ihre eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Ihr Bruder Ritchie hingegen, einstmals gefeierter Rockstar und nun millionenschwerer TV-Produzent, riskiert für eine Affäre mit einer Minderjährigen die Trennung von seiner Ehefrau. Nur einer weiß von dieser Bettgeschichte: der skrupellose Journalist Val. Als Bec seinen Heiratsantrag ablehnt, droht Val, Ritchies Fehltritt publik zu machen – wenn dieser nicht seine Schwester an den öffentlichen Pranger stellt. Muss Ritchie sie wirklich verraten, um seine eigene Haut zu retten?“

In diesem Roman geht es neben großen medizinischen Fragen auch um die Kraft der Familie. Der Autor James Meek stellt die Frage nach dem richtigen und falschen Handeln, nach dem optimalen Verhältnis zwischen Vernunft und Glaube. Er fragt nach Moral, thematisiert den Glauben an Gott ebenso wie die Erkenntnis durch die Wissenschaft. Er führt eine Charakterstudie durch und zeichnet anhand nur einer Familie das Bild einer ganzen Gesellschaft nach. So wird aus diesem Familienroman im Handumdrehen ein Gesellschaftsroman.

Der Autor schreibt schnörkellos und mit einer interessanten Sprache. Manche Strecken im Buch erscheinen allerdings recht langatmig. Man hat den Eindruck, der Autor würde den berüchtigten „roten Faden“ doch allzu weit aus den Augen verlieren. Zudem lädt der Protagonist Ritchie aufgrund seiner teilweise negativen Charakterzüge von Ignoranz und Egoismus sicherlich nicht alle Leser zum Identifizieren mit dem Helden ein.

Nur wer tiefgründige Literatur mag, sollte zu diesem Roman greifen, da doch große Fragen behandelt werden. Auch das große Figurenensemble des Romans ist nicht zu unterschätzen. Wer allerdings Denkanstöße in Bezug auf die heutige Gesellschaft sucht, der sollte diesen Roman durchaus lesen. Ich bin bei der Bewertung hin- und hergerissen zwischen drei und vier Federkielen, da der Roman zwar große Fragen aufwirft, in der Umsetzung aber vor allem im Hinblick auf den Plot in meinen Augen Makel aufweist. 

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