Dienstag, 15. Oktober 2013

Gedanken zum Literaturnobelpreis 2013



Alice Munro kann sich über neue Auszeichnung freuen


 © dpa / Man Booker Prize

Es gibt nicht wenige von ihnen. Mal sind sie regional bestimmt, mal durch das Autor(inn)enalter begrenzt, sie sind verschieden hoch dotiert und mit den verrücktesten Namen ausgestattet – die Literaturpreise. Nicht nur in Deutschland herrscht ein Wirrwarr an Preisen und Auszeichnungen, denn auf der ganzen Welt werden Autor(inn)en für ihre Leistungen gewürdigt. Zu den angesehensten Titeln in der Literaturszene zählt unbestritten der Nobelpreis für Literatur, welcher in diesem Jahr an die Kanadierin Alice Munro geht.

Der Nobelpreis für Literatur wird seit dem Jahr 1901 vergeben und geht auf den schwedischen Chemiker und Erfinder Alfred Bernhard Nobel zurück. Dieser gründete kurz vor seinem Tod eine Stiftung, welcher er einen Großteil seines Vermögens vermachte. Zudem verfügte er in seinem Testament, dass mit dem Preis für Literatur diejenigen Autor(inn)en ausgezeichnet werden sollen, die „das Vorzüglichste in idealistischer Richtung geschaffen“ haben. Nobel erdachte auch Preise in den Bereichen der Physik, Chemie und Medizin sowie in Bezug auf den Weltfrieden. Für alle Preise sollte gelten, dass sie „an diejenigen ausgeteilt werden […], die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen erbracht haben.“ Der Nobelpreis für Literatur wird in jedem Jahr von der Schwedischen Akademie in Stockholm gewählt, so wie der Stifter es erdacht hatte.

Mit Alice Munro wird nicht nur eine herausragende Schriftstellerin gewürdigt, sondern auch eine oft vergessene und stiefmütterlich behandelte Erzähltradition: die Short Story bzw. Kurzgeschichte. Denn genau das ist die große Kunst der Alice Munro, so wurde sie vom Sekretär der Nobelpreis-Akademie Peter Englund bei der Bekanntgabe am 10. Oktober als die „Meisterin der zeitgenössischen Kurzgeschichte“ betitelt. Die 82-jährige Schriftstellerin galt bereits seit einigen Jahren als Anwärterin auf den Literaturnobelpreis und dennoch war sie überrascht. Sie sei „sehr dankbar“, heißt es in einem Interview. „Vor allem bin ich froh darüber, dass diese Auszeichnung so viele Kanadier glücklich macht“, sagte Alice Munro weiter. „Und es freut mich, dass die kanadischen Schriftsteller nun mehr Aufmerksamkeit bekommen werden.“ Mit der Verleihung des Preises an eine Kanadierin dürften nun auch jene Kritiker ruhig gestellt sein, die in den vergangenen Jahren immer wieder bemängelten, dass die vom Komitee erwählten Schrifteller(inn)en vor allem aus dem nord- und mitteleuropäischen Sprachraum stammten. 

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich habe mich sehr gefreut als ich letzten Donnerstag Ihren Namen vernommen habe. Wie jedes Jahr habe ich der Verleihung entgegengefiebert, und freue mich, dass mit Alice Munro eine Schriftstellerin den Preis erhalten hat, die man auch privat wunderbar lesen kann. Oftmals habe ich die Literatur früherer Preisträger als schwere Kost empfunden, ganz anders bei Alice Munro.

    Liebe Grüße
    Mary

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  2. Hallo,
    schöner Post, der das Thema Nobelpreis nochmal schon zusammenfast. Ich mag Kurzgeschichten sehr gerne und habe eine Zeit lang viele amerikanischen Kurzgeschichten gelesen. Jetzt bin ich ganz traurig, dass ich dabei nie über Alice Munro gestolpert bin und möchte ganz schnell nachholen, ihre Geschichten zu lesen. Außerdem habe ich mir fest vorgenommen in Zukunft wieder mehr Short Stories zu lesen.

    Liebe Grüße
    Madeleine

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  3. Der Blogbeitrag ist echt informativ und klar verständlich geschrieben, den Wortlaut von Alfred Nobels Begründung für die Preise kannte ich beispielsweise gar nicht.
    Ich finde es auch ziemlich Schade, dass Kurzgeschichten immer mehr aussterben, denn sie sind keinen Deut schlechter als ihre großen Brüder.
    Ich werde mir die Werke von Alice Munro auf jeden Fall ansehen

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