Donnerstag, 3. April 2014

Rezension zu Anna Seidels "Es wird keine Helden geben"



Ein Roman, der bewegt…

 © Verlag Friedrich Oetinger GmbH

Du suchst einen Roman, der schon nach wenigen Sätzen unter die Haut geht? Dieser tut es…

Die im Jahr 1995 in Freising geborene Anna Seidl legte mit Es wird keine Helden geben vor einigen Wochen ihren Debütroman vor. Schon als Schulkind schrieb sie eigene Geschichten, heute lebt sie mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Frankfurt am Main. 

Zum Inhalt ihres Debütromans:
„Man kann die Angst riechen. Man kann nach ihr greifen. Er ist unter uns. Wir können sie hören, die Schüsse. Sie sind laut. Viel zu laut. Ein völlig normaler Schultag: Doch kurz nach dem Pausenklingeln fällt der erste Schuss. Die fünfzehnjährige Miriam flüchtet mit ihrer besten Freundin auf das Jungenklo. Als sie sich aus ihrem Versteck herauswagt, findet sie ihren Freund Tobi schwer verletzt am Boden liegen. Doch für Tobi kommt jede Rettung zu spät, und Miriam verliert an diesem Tag nicht nur ihr bislang so unbeschwertes Leben…“
 
Anna Seidel verfasste Es wird keine Helden geben im Alter von sechszehn Jahren. Um so erstaunlicher ist es, welcher Sprache sie sich bereits in diesem Alter bediente und wie tiefgreifend die von ihr geschilderte Geschichte ist. Ihre aufwühlende Geschichte zeigt sich als eine intensive Auseinandersetzung mit den Folgen eines Amoklaufs für die Überlebenden, die mit Trauer umzugehen versuchen und sich der Frage nach der Schuld ausgesetzt sehen. Die Schilderungen von Gefühlszuständen durch die Autorin gehen unter die Haut, Emotionen werden schonungslos und detailliert verdeutlicht.

Allein der Texteinstieg fesselt:
„Alles wird damit beginnen, dass ich verschlafe. Würde mein Freund mir keine SMS schreiben, würde ich nicht pünktlich zur Schule kommen. Aber schließlich werde ich doch noch rechtzeitig dort sitzen. Ich werde dort sitzen, wenn es passiert. Und ich werde mich an einen anderen Ort wünschen, so weit weg wie nur möglich…“

Anna Seidel setzt sich in ihrem Debütroman mit einem Thema auseinander, dass in den vergangenen Jahren leider nie an Aktualität verloren hat. Sie gibt sich allerdings nicht mit oberflächlichen Schuldzuweisungen zufrieden, sondern erörtert detailliert die Schuldfrage und setzt sich so mit einem brisanten Thema auseinander: Ist einzig der Täter für seine Taten verantwortlich? Welche Mitschuld trägt das schulische Umfeld? Welche Rolle spielt die Familie? Und vor allem auch: Wie kann ein Leben für die Überlebenden aussehen? Welche Möglichkeiten gibt es, um einen Amoklauf zu verarbeiten? 

Dieser Roman ist alles andere als eine „leichte Lektüre“. Wer tiefgründigen Lesestoff suchst, der eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Stoff verlangt, dem kann Es wird keine Helden geben wärmstens empfohlen werden.

1 Kommentar:

  1. Ich liebe dieses Buch es ist anferster als die anderen Bücher es ist traurig und gleichzeitig fesselnt meine Freundin. Starb im alter von 3 Jahren durch dieses Buch habe ich mich getraut auf dem Friedhof zu gehen

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