Samstag, 19. April 2014

Rezension zu "Kalk" von Jan Akebäck


Fesselnder und berührender Schwedenkrimi



© Gmeiner

Der unter dem Pseudonym Jan Akebäck arbeitende freie Autor wurde im Jahre 1965 geboren und lebt heute in Bad Kissingen. Er schreibt Romane und Krimis, arbeitet allerdings auch als Journalist und Universitätslehrbeauftragter.

Sein neuer Krimi erschien vor wenigen Monaten im Gmeiner Verlag und spielt hauptsächlich auf der Insel Gotland. Dort lebt Protagonist Ilias Karlmann bereits seit mehr als zwanzig Jahren ziemlich zurückgezogen. Nach all den Jahren scheint endlich die Zeit für ihn gekommen zu sein, um auf seine Mitmenschen zuzugehen und sich ihnen zu öffnen. Doch dann erfährt Ilias, dass seine Tochter nach der langen Zeit das erste Mal den Weg zu ihm auf die Insel sucht, allerdings nicht allein. Ihr folgen Ilias Feinde, die nach über zwanzig Jahren endlich die alten Rechnungen mit ihm begleichen wollen, da er nach der Maueröffnung 1990 mit einer „Kostbarkeit“ aus der DDR floh…

llias Karlmann hält sich nach der Öffnung der Mauer auf der Insel Gotland versteckt. Nicht nur die russische Mafia sucht nach ihm, sondern auch der BND. Alle wollen an die SED-Millionen, die er vor Jahren durch Erpressung erbeutet hat. Ein Google-Street-View-Bild lässt sein Versteckspiel auffliegen – die Jagd auf den Erpresser ist eröffnet. Auch Ilias’ Tochter Laura wird in den Strudel der Ereignisse hineingezogen. Nur die Laborantin Marina kann ihr und ihrem Vater jetzt noch helfen…

Dem Autor Jan Akebäck ist es in seinem Roman Kalk auf eine besondere Art und Weise gelungen, die Stimmung und Aura zu vermitteln, welche die schwedische Insel Gotland umgibt. Teilweise mystisch beschreibt er die Handlungsorte auf der Insel, glaubhaft treten seine „runden“ Charaktere auf, aus deren Sicht im ständigen Wechsel die Geschichte erzählt wird. In den einzelnen Kapiteln im Roman, welche dem Leser durch Datumsangaben Orientierung bieten, wird durch Zwischenüberschriften das Geschehen an gleich mehreren Orten aufgezeigt. Was sich zu Beginn noch wie ein Wirr-Warr für den Leser anfühlt, fügt sich im Verlauf zu einem dicht gewebten Netz aus Geschehnissen, Orten und Menschen. Nach und nach entsteht so ein komplexes Bild aus Familiendrama und Spionagegeschichte vor den Augen des Lesers.  

Mein Fazit: Ein toller „Schwedenkrimi“, der von seinem eigenen Flair lebt. Jan Abebäck schreibt fesselnd und berührend zugleich. Er schafft Spannungsmomente, was dafür sorgt, dass man als Leser immer am Ball bleibt.

Ich danke dem Gmeiner Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ein Blog lebt erst durch Kommentare und dem Dialog.
Wir freuen uns daher über jeglichen "Senf", den ihr abzugeben habt. :)