Mittwoch, 28. Mai 2014

Autoreninterview mit Coco Sturmbrust



Vor kurzem habe ich euch den Roman Zwischenreich von CocoSturmbrust vorgestellt. Im folgenden Interview erzählt die liebe Coco über das Schreiben, ihren Roman und die kommenden Teile ihres Epos.



1. Warum hast Du erst auf Umwegen zum Schreiben gefunden?
Schreiben habe ich natürlich wie die meisten schon zu Grundschulzeiten gelernt, aber zum schriftstellerischen Schreiben kam ich erst einige Zeit später. Ich habe mir zwar immer schon gerne Geschichten ausgedacht und erzählt, aber aufgeschrieben habe ich so gut wie keine davon. Es kam mir einfach nicht in den Sinn, vielleicht weil ich nicht glaubte, dass ich das Talent dazu hätte. Erst als ich auf dem 2. Bildungsweg mit Mitte 20 mein Abitur nachholte – nachdem ich bereits so einige Jobs hinter mir hatte, die absolut gar nichts mit dem Schreiben zu tun haben –, wurde ich von einem Lehrer auf meine Schreibfähigkeiten aufmerksam gemacht. Sein Zuspruch und die inspirierenden Begegnungen mit anderen Persönlichkeiten ließen mich den Entschluss fassen, es zu wagen. Ich machte mich ans Werk und schrieb das Buch, das ich immer schon lesen wollte: Zwischenreich.

2. Wie können wir uns Deine Arbeit am Roman Zwischenreich vorstellen?
Die Grundidee für meinen Roman trug ich lange mit mir herum. Ich wollte eine Vampirgeschichte erzählen, in der die Vampire wirklich gefährlich sind, sich nicht verstecken müssen und auch nicht übermäßig romantisiert werden. Im Laufe der Zeit sammelten sich erst einige und dann immer mehr Szenen, Handlungsstränge und Charaktere an. Am Anfang waren nur die Skizzen und Notizen da, und erst als ich mir sicher war, wohin ich mit meiner Geschichte wollte, fing ich tatsächlich an zu schreiben.
Beim Schreiben sind höchstens 5% Inspiration, der Rest ist disziplinierte Schreibarbeit, also setzte ich mich einige Monate beinahe täglich hin und schrieb. Auch wenn ich nur eine oder zwei Stunden hatte, solange ich konzentriert und wach genug war, kam ich mit meiner Geschichte voran. Ideen zu haben ist wichtig, ist die Grundlage, aber erst beim Schreiben verbindet man die Szenen, haucht den Charakteren leben ein und erschafft die Welt, die einem vorschwebt. Hatte ich einen besonders guten Tag, wurde ich für die Mühen entschädigt, indem ich in einen Schreibfluss geriet, der mich alles um mich herum vergessen ließ. In solchen Momenten verschmolz ich mit dem Text, war nur noch schreibende Instanz.

3. Woher stammen die Ideen zu Zwischenreich?
Ich wurde durch andere Bücher und auch Filme geradezu dazu angestachelt, mir eine eigene Geschichte auszudenken. Bei den meisten Vampirgeschichten war ich unzufrieden damit, wie die Vampire, ihre Welt und ihr Zusammenleben mit den Menschen dargestellt wurden. Ich fragte mich immer: Warum müssen sich die Vampire verstecken und im Verborgenen bleiben, wenn sie so mächtig und stark sind? Warum beherrschen sie eigentlich nicht die Welt, die Kraft dazu hätten sie doch? Es gab meiner Meinung nach so viele Negativbeispiele, in denen die Vampire entweder verkitscht wurden oder leicht zu erledigende Pappkameraden waren. Ich musste dem etwas entgegensetzen. Meine Vampire sollten gefährlich und grausam sein, ich wollte aus der Fabelfigur des Blutsaugers etwas Neues herausholen. Das Potential dazu hätte sie doch, so meine Überzeugung.
Was den Schreibstil und das Erzählen anbelangt, haben mich ebenfalls andere Werke inspiriert, diesmal aber auf positive Weise. Erzählerisch waren meine Vorbilder solche Werke wie die Graphic Novel „Watchmen“, die epische Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“, der Film „Matrix“ oder hochgelobte TV-Serien wie „Sopranos“ oder „The Wire“; in diesen ist die Atmosphäre, die Charakterentfaltung und die Weltschöpfung entscheidend, es gibt Action und Knalleffekte, diese aber sind kein Selbstzweck, sie stehen nicht im Vordergrund und halten auch nicht die gesamte erzählerische Konstruktion zusammen.

4. Was erwartet uns im nächsten Teil des Epos?
Im 2. Band werden meine beiden Protagonisten Shyla und Bradley jeweils eine große Wandlung durchmachen. Bradley wird zu einem vollwertigen Vampir gemacht und Shyla in einen verwandelt, aber nicht in einen gewöhnlichen, denn bei ihrer Verwandlung läuft etwas schief bzw. nicht so, wie erwartet. Sie hat die Kraft der Vampire und muss auch Blut trinken, um am Leben zu bleiben, aber sie ist zudem mit einer Fähigkeit ausgestattet, die sonst kein anderer Vampir besitzt. Am Anfang muss Shyla mit der Tatsache umgehen, dass sie nun selbst einer der von ihr verhassten Vampire ist. Sie befindet sich in einem Gewissenskonflikt, aber sie braucht diese neue Kraft, denn einen anderen Weg gibt es nicht.
Der 2. Band wird deutlich actionreicher, Shyla ist nämlich nicht mehr so passiv, sie kann auf sich selbst aufpassen und es mit Wächter-Armeen und anderen Vampiren aufnehmen. Ihr Ziel ist es immer noch, die Herrschaft der Vampire zu beenden, also stürzt sie sich in den Kampf. Ihre Revolution beginnt und wird auch die unterdrückten Menschen und Zombies mit sich reißen, wird aber erst im 3. Band wirklich Gestalt annehmen. Ob sie siegreich sein kann, wird sich zeigen.
Bei all den Schlachten, die im 2. Band geschlagen werden müssen, kommt die Liebe dennoch nicht zu kurz. Mein Werk ist ein Revolutionsepos und eine Liebesgeschichte, beide Handlungsstränge sind gleich wichtig, wird der eine vernachlässigt, muss der andere unweigerlich reißen. Die Beziehung von Shyla und Bradley wird reifen und sich vertiefen, aber sie wird auch einige Krisen durchstehen müssen.

5. Wo können wir dich überall im Netz finden?
Verfolgen und erreichen kann man mich unter anderem bei Facebook oder Twitter.

Auf Youtube gibt es auch einen Trailer zu meinem Buch. Er ist komplett selbst produziert, von den Bildern bis zum Sound. Das war viel kleinteilige, langwierige Arbeit.

Mein Buch ist auch auf solchen Plattformen wie Lovelybooks oder Neobooks zu finden. Dort sind schon reichlich Rezension eingegangen, so dass man einen Überblick darüber gewinnen kann, wie mein Buch ankommt.

Mein Buch kann man natürlich auch bei den einschlägigen Online-Händlern finden, seien es Amazon, Thalia, Weltbild oder auch andere.

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