Montag, 7. Juli 2014

Rezension zu Felicitas Pommerenings "Was will ich und wenn ja, wie viele?"



Ein Roman voller Entscheidungen – ein Entscheidungsroman


© Berlin Verlag

Im Februar diesen Jahres veröffentlichte die 1982 geborene Autorin Felicitas Pommerening ihren Roman Was will ich und wenn ja, wie viele. Nach vielen Jobs in verschiedenen Städten lebt die promovierte Medienwissenschaftlerin heute mit ihrem Mann und beiden Kindern in Mainz. 

Folgendes verrät der Klappentext über den Roman:
Mama sein wollte Lotta schon, seit sie fünf ist - und jetzt, endlich, steht der filmreifen Mutterkarriere nichts mehr im Wege. Doch da kommt aus heiterem Himmel eine Riesen-Jobchance, die sie total verwirrt: Was wird denn jetzt aus ihrer Familienplanung? Ihre beste Freundin Andrea dagegen liebt nichts so sehr wie ihre Arbeit. Na ja, direkt danach kommt auch schon Bastian, ihr Freund. Obwohl…sind sie eigentlich schon richtig zusammen? Sie ist sich noch unsicher, dabei hat er schon vom Heiraten gesprochen! Das Konzept der biologischen Uhr war ihr bisher vollkommen fremd. Mit Anfang dreißig muss man sich endlich entscheiden… Oder vielleicht doch nicht?

Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Blickwinkeln erzählt: von Workaholic Andrea, Familienmensch Lotta und der zielstrebigeren Akademikerin Doreen. Jede von ihnen versucht auf ihre eigene Weise den richtigen Platz im Leben zwischen Familie, Job und Kind zu finden und zudem allem gerecht zu werden. Die Personen schildern den Fortgang der Geschichte stets aus der Ich-Perspektive, was tiefe Einblicke in ihre Gedanken, Wünsche und Bedenken ermöglicht. Dadurch werden die unterschiedlichsten Problemkomplexe ganz individuell beleuchtet. Mir war so mancher innerer Monolog allerding zu lang, zu ausgedehnt. Das streckte zwar die Seitenzahlen, nicht aber die Spannung. 

Ansonsten kommen aber alle handelnden Personen authentisch daher. Sie werden fein charakterisiert und handeln weitestgehend nachvollziehbar. Der Roman trägt den Untertitel „Entscheidungsroman“ – und so strotzt der Roman vor Entscheidungen: Kind oder Beruf? Jetzt oder später? An mich denken oder an die anderen? Damit zeigt der Roman Handlungsmöglichkeiten auf und zeigt vor allem ganz deutlich, dass es DIE RICHTIGE Entscheidung und DEN PERFEKTEN Augenblick nicht gibt.

Alles in Allem ist der Roman Was will ich und wenn ja, wie viele mit seiner Thematik topaktuell: beschleunigte Arbeitswelt, weibliche Emanzipation und Frauenquoten in harmonischer Vereinigung mit Kind und Kegel? Wer sich damit beschäftigen möchte, ist mit diesem Roman gut beraten.

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