Sonntag, 24. August 2014

Rezension zu Brigitte Pons "Celeste bedeutet Himmelblau"



Eine gekonnt recherchierte Erzählung


© LYX Egmont

Die 1967 geborene Autorin Brigitte Pons lebt und arbeitet in Hessen, südlich von Frankfurt am Main. Bereits im Jahr 2011 veröffentlichte sie ihren ersten Kriminalroman Ich bin ein Mörder. Erst im April erschien Celeste bedeutet Himmelblau, der erste Fall des Polizisten Frank Liebknecht.

Folgendes verrät uns der Klappentext:
„Vielbrunn im Odenwald. Auf einem Feld wird eine Leiche gefunden. Die Behörden gehen von einem tragischen Unfall aus. Doch der junge Polizist vor Ort, Frank Liebknecht, glaubt nicht an einfache Erklärungen. Er recherchiert auf eigene Faust und stößt schnell auf Ungereimtheiten in der Vergangenheit des Toten. Für Frank ist der Tod nur das Ende einer Geschichte. Die Antwort. Und er muss die richtige Frage stellen, um den Anfang zu finden. Immer tiefer verstrickt er sich in den Fall und gerät in einen Mahlstrom aus Verrat, Mord und fantastischer Verblendung…“

Schon auf den ersten Seiten des Romans fiel mir die tolle klare und zugleich bildhafte Sprache auf. Brigitte Pons malt mit gewählten Worten wunderschöne Bilder, sodass man das Interieur im Roman direkt vor Augen hat. Bereits im Prolog begegnen uns Beschreibungen wie:  „Sonnenschein tropfte wie flüssiger Honig durch das kleine Fenster mit dem verrosteten Metallbügel, […]. Filigrane Staubpartikel tanzten im einfallenden Licht einen stummen Reigen, bald hinauf zur Glasscheibe, dann abwärts zu den hölzernen Dielen. In den Spinnweben am Fenstergriff baumelten Fliegen, wehrlos gefangen, tot wie die einstige Jägerin, die mit eingerollten Beinen noch am eigenen Faden neben ihnen hing.“

Obwohl im Roman Vieles fiktiv ist, bildet der Hintergrund reale historische Geschehnisse um die Colonia Dignidad, deren politische Verwicklungen und der Geheimdienste und Rüstungsfirmen ab. Die Autorin hat hier tief recherchiert und gibt wahre Einblicke in die Problematik.
Zudem hat mir der Romanaufbau gut gefallen: Jedes Kapitel ist mit einer Ort- und Zeitangabe gestaltet worden, sodass der Leser stets Eckdaten zur Hand hat. Des Weiteren werden die Kapitel je aus der Sicht einer anderen Person erzählt, was ebenfalls anhand der Kapitelüberschriften abzulesen ist.
Ein insgesamt überzeugender Roman, der von mir lediglich aufgrund der spezifischen Thematik einen Punkt abgezogen bekommt, die nicht zu 100% mein Interesse weckte. Sicherlich kann der Roman aber viele Leser überzeugen.

Eine Leseprobe findet ihr HIER

Kommentare:

  1. Tolle Zusammenfassung und Vorstellung. Ich hatte von dem Buch gehört, aber mich noch nicht getraut, es zu kaufen.

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    1. Vielen Dank. :) Wenn das Thema Dich interessiert, solltest Du es unbedingt lesen, da wirklich tiefgründig darauf eingegangen wird.

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