Sonntag, 20. März 2016

Autoren-Interview mit Petra Hammesfahr

Die Bestsellerautorin spricht über Selbstzweifel,
das Drehbuchschreiben und den Reiz des Thrills


©Wilfried Hammesfahr

Vor kurzem haben wir den neuen, im Diana Verlag erschienenen Roman Fremdes Leben von Petra Hammesfahr vorgestellt. Im exklusiven Interview berichtet die Krimi- und Drehbuchautorin von ihrer schriftstellerischen Laufbahn, der differenzierten Arbeit an Drehbuch oder Roman sowie den Reiz von Spannungsromanen.



Sie haben zu Beginn Ihrer schriftstellerischen Laufbahn über 150 Absagen von verschiedenen Verlagen erhalten. Was hat Sie damals motiviert, weiterhin „am Ball zu bleiben“? Gab es keinerlei Selbstzweifel?

Nach den ersten vier oder fünf 08 /15 Absagen in den frühen 1980er Jahren begründete Felix Berner von der Deutschen Verlagsanstalt seine Absage wie folgt: „An diesem Werk wird deutlich, dass Sie sich erst an die Möglichkeiten des Erzählens herantasten. Ob Sie diese letztlich beherrschen, lasse ich dahingestellt.“
Daraufhin habe ich mich überhaupt erst kritisch mit meinem Manuskript (damals war es nur eins) auseinandergesetzt und festgestellt: Der Mann hat recht. Das ist grottenschlecht geschrieben. Ich würde ein so geschriebenes Buch weder lesen noch kaufen. Also habe ich begonnen, den Text zu überarbeiten, wie oft ich das Manuskript umgeschrieben habe, weiß ich heute nicht mehr.
Die nächsten 20 oder 30 Absagen habe ich dann unter dem Aspekt − Ich beherrsche es immer noch nicht gut genug, um gedruckt zu werden – gesehen. Mittlerweile waren Nummer zwei und drei fertig, offenbar immer noch nicht würdig.
Bei Nummer vier (Der gläserne Himmel) hieß es dann plötzlich: „So wie Sie schreibt kein Mensch.“ Inzwischen gefiel mir meine Schreibe aber schon so gut, dass ich immer wieder lesen mochte, was ich zu Papier gebracht hatte.
Es kamen Nummer fünf, sechs und sieben dazu, und es hagelte weiter Absagen. Aber nach all der Mühe konnte ich doch nicht einfach aufhören.
Das Durchhalten hat sich ja auch gelohnt. „Der gläserne Himmel“ wurde kurz nach Erscheinen mit einem Literaturpreis ausgezeichnet.


Wie unterscheidet sich in Ihren Augen das Drehbuchschreiben vom Arbeiten an einem Roman?

Ein ganz einfaches Beispiel.
Drehbuch:
Oper – innen – Nacht
Mehr brauche ich über die Örtlichkeit nicht zu wissen.
Roman:
Ich habe noch keine meiner Figuren in die Oper geschickt. Das ist einfach nicht meine Welt. Darüber hinaus wollen beim Drehbuch zu viele Leute mitreden.


Viele Ihrer Romane bewegen sich im Bereich des schaurig Schönen und des Thrills. Was macht für Sie den Reiz solcher Romane aus?

Die Spannung. Die Möglichkeit, eine Idee, die schon hundertmal verarbeitet wurde, noch mal ganz anderes zu schildern, so dass es eben wie eine neue Idee wirkt.
Mir ist es wichtiger, die Perspektive der Opfer zu beschreiben, statt immer gleiche Polizeiarbeit. Ich werde zwar immer noch dem Bereich „Krimi“ zugeordnet, aber in den meisten Romanen komme ich sehr gut ohne Polizei aus.


Du möchtest wissen, woher die Autorin ihre Ideen zum Roman Fremdes Leben nahm? Dann besuche uns in den kommenden Tagen, wenn der zweite Teil des Interviews erscheint! Bleibt über Facebook oder Twitter mit uns in Kontakt…

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