Freitag, 22. April 2016

Buchbesprechung zu "Willkommen in Night Vale" von Joseph Fink & Jeffrey Cranor

Skurril, skurriler, Night Vale


Ein Städtchen in der Wüste, doch alles andere als unscheinbar. In Night Vale ist normal, was anderswo als absurd, skurril oder bizarr gelten würde. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens gehören Geister, Engel und Aliens, ebenso ein Haus, das nachdenkt, zum Alltag. Und trotz aller Kuriositäten scheint dem Leser Night Vale seltsam vertraut…
Die ewige 19-jährige Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat...

Die Autoren Joseph Fink und Jeffrey Cranor in der Buchbesprechung

Die Autoren Joseph Fink und Jeffrey Cranor arbeiten bereits etliche Jahre an dem Kult-Podcast Welcome to Night Vale und der gleichnamigen Live-Tour, bevor sie sich mit ihrem Roman in ein neues Medium wagen. Der Erfinder der Story, Joseph Fink, stammt aus Kalifornien und gründete bereits im Jugendalter einen Kleinverlag. Der im Staat New York lebende Theatermann Jeffrey Cranor legte ihm die Idee zu einem Stück über eine Zeitreise vor, woraufhin beide gemeinsam die Geschichte erarbeiteten und sie 2011 als Zwei-Mann-Show im New Yorker East Village aufführten. Das neue Projekt um Night Vale erfreut sich immer größer werdender Beliebtheit, so kann der Podcast mit mittlerweile 40 Folgen glänzen.

Fazit der Buchbesprechung von Willkommen in Night Vale: Ist skurril jetzt gut oder schlecht?

Ohne Frage, für eingefleischte Night Vale-Fans ist dieser Roman ein Muss. Als Leser nehmen uns die Autoren Fink und Cranor mit auf eine spannende Reise, mit in eine Welt, in der alles Normale unmöglich scheint und Naturgesetze außer Kraft gesetzt sind. Der Glaube an Berge ist verboten, beim Gebrauchtwagenhändler überlebt man selten und das Schicksal ist schlimmer als der Tod. Im Roman Willkommen in Night Vale stellen die Autoren das Leben an sich in Frage, auf eine völlig neue Art und Weise. Humorvoll und unglaublich anders werden moderne Fragen aufgeworfen, Leser in eine neue Welt hineingezogen. Was ist Leben? Werden wir in unserem Leben vielleicht schon zu sehr überwacht? Solche Fragen finden Leser indirekt zwischen den Zeilen.
Sympathische Charaktere, tolle Wortspiele und ein verrückter Schreibstil sorgen dafür, dass man den Roman Willkommen in Night Vale von Joseph Fink und Jeffrey Cranor so schnell nicht wieder aus den Händen legt. Hier wird Logik über Bord geworfen und der eigentliche Plot gerät zwischen all den absonderlichen Schauplätzen, faszinierenden Kreaturen und einzigartigen Ideen teils in den Hintergrund. Wer mutig ist und den Reiz des Neuen spürt, der sollte Willkommen in Night Vale lesen.


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