Mittwoch, 11. Mai 2016

Rezension zu "Wir waren hier" von Nana Rademacher


Berlin als Ort einer spannenden Dystopie

Wir waren hier ist ein Jugendroman, der im Jahr 2039 spielt. Die Autorin Nana Rademacher schickt ihre Leser auf die Reise in eine bittere Zukunft, die von Krieg und Angst beherrscht ist. Protagonistin Anna harrt mit ihren Eltern in einer Berliner Wohnung aus, betreibt heimlich einen Blog, obwohl Internetverbindung selten und freie Meinungsäußerung verboten ist.... und dennoch ist sie nicht allein im Netz.

Wer ist Nana Rademacher?


Nana Rademacher studierte Sozialpädagogik, arbeitete anschließend jedoch als Lektorin und Regieassistentin beim NDR. Seit 2001 wirkt sie in der Redaktion des Südwestrundfunks in den Bereichen Feuilleton, Musik und Hörspiel, heute lebt sie als freie Autorin in Stuttgart.

(Foto: ©Schlapschi)


Wir waren hier: Berlin im Jahr 2039

Verschiedene Ereignisse haben dazu geführt, dass sich die Welt im Krieg befindet. Es fehlt an allem – Lebensmittel, Strom, Wasser. Das sind alles Luxusgüter der Vergangenheit, für die die Bevölkerung hart kämpfen muss. So auch in Berlin, wo die 15-jährige Anna täglich den Kampf ums Überleben auf sich nimmt. Anna kennt die Vergangenheit: In ihrer Kindheit war die Welt noch in Ordnung. Doch seit Ausbruch des Kriegs herrscht eine Militärregierung über Deutschland, die zum Leid von Hunger und Kälte zusätzlich Angst verbreitet. Anna findet sich in dieser „neuen“ Welt zurecht und sichert sich und ihren Eltern das Überleben. Doch überraschende Wendungen in Annas Leben sorgen bald dafür, dass sie auch nach Freundschaft, Liebe und Hoffnung strebt.

Was den Leser bei Wir waren hier erwartet

Nana Rademacher bewegt sich mit Wir waren hier im Bereich der Near Feature Science Fiction. In der von Rademacher erschaffenen Zukunft gilt zwar Strom als Knappheit und Internet als Rarität, dennoch nutzt die Militärregierung unter anderem Drohnen, um die Bevölkerung in Schach zu halten. High Tech findet man nicht, da den Menschen Vieles genommen wurde. Einen weitaus höheren Stellenwert haben Lebensmittel, Wasser und Wärme, die nicht in ausreichender Menge vorhanden sind. Eine Kehrtwende also zur eher üblichen Near Feature Science Fiction.
Entsprechend der Richtung des Jugendromans nutzt Nana Rademacher eine gut und leicht verständliche Sprache, wodurch sich der Leser schnell im Lesefluss wiederfindet.
Die Protagonistin Anna wirkt als 15-jähriges Mädchen authentisch. Sie hat sich an ihre Umgebung angepasst und findet sich in ihrer Welt zurecht. Doch Anna durchlebt während des Verlaufs der Geschichte eine Veränderung: Scheint sie zu Beginn einzig auf ihr eigenes Überleben fixiert, wächst Anna zunehmend über sich hinaus und tritt für Freundschaft und Hoffnung ein. Als sie dann auch noch Ben – und damit die Liebe – kennenlernt, steht fest, dass Anna einen echten Grund zum Kämpfen hat.

Das Fazit in der Rezension zu Wir waren hier

Wer auf der Suche nach einem Jugendroman ist, der zum Nachdenken anregt, wird im Text zu Wir waren hier fündig. Auch wenn Nana Rademacher eine Dystopie der besonderen Art malt, so bedarf es nicht viel Fantasie, um sich solch eine Zukunft vorzustellen.
Sollte man das Jugendbuch Wir waren hier in wenigen Worten beschreiben, so würde es heißen: Der Roman erweist sich in vielerlei Hinsicht als ebenso emotional wie spannend zugleich. Wir empfehlen das Buch weiter!
Hierzu allerdings noch ein Hinweis: Eingeordnet in die Jugendliteratur findet man Wir waren hier bei den Jugendbüchern für Leser ab 12 Jahre, und das, obwohl im Text auch sehr brutale Szenen enthalten sind. Daher empfehlen wir den Roman an Leser ab dem 14. Lebensjahr.


Hat Dir diese Buchvorstellung gefallen? Oder hast Du den Roman von Nana Rademacher schon gelesen? Wir freuen uns auf Deinen Kommentar hier im Blog oder in den Social Media-Kanälen Facebook und Twitter!

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