Montag, 16. Mai 2016

Sebastian Fitzek im Interview


Der Autor über Humor als Waffe,
seine Sound-Track-Tour im Herbst
und die Inspiration zum neuen Thriller „Im Paket“


Er gehört zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellern: Die Bücher von Sebastian David Fitzek erreichen eine Gesamtauflage von rund 6 Millionen und wurden bereits in 24 Sprachen übersetzt. Wir haben mit dem in Berlin lebenden Autor gesprochen…


literatur-diskussion: Herr Fitzek, auf Ihrer Webseite lassen Sie Ihre Leser sehr offen an Ihrem Leben teilhaben. Wir haben uns eingelesen und waren – ehrlich gesagt – überrascht, einen Autor für Psychothriller mit so viel Humor anzutreffen. Wenn Sie an Schule und Studium denken: War das schon immer eine besondere Eigenschaft von Ihnen?

Fitzek: Humor ist ja seit jeher die Waffe derer, die nicht mit Muskeln und Modellgenen gesegnet sind. Also musste ich ihn schon früh entwickeln, ja. Beruflich konnte ich später davon profitieren, als Redaktionsleiter einer Comedy-Morningshow beim Radio.

literatur-diskussion: Von Tiermedizin über das Urheberrecht: Nach einem Wechsel des Studiengangs ging`s in die Medienbranche. Sie arbeiteten als Unterhaltungschef und Chefredakteur beim Berliner Rundfunk, in der Programmdirektion von 104.6 RTL und als Unternehmensberater für den Hörfunk, wurden dann zum erfolgreichen Autor für Psychothriller. Ihr Lebenslauf ist sehr vielseitig aber auch gespickt von einigen Schlenkern und Kurven. Verraten Sie uns Ihre größten Highlights und Katastrophen, die sie während Ihrer Laufbahn durchlebt haben?
Fitzek: Nun, eine Katastrophe war es eigentlich nicht, aber ich war schon ziemlich orientierungslos. Als ich beim Sezieren des Hundes im Sektionssaal der Tiermedizin der FU entdeckte, dass ich zwei linke Hände habe und die Tiere ohne meine Behandlungsversuche vermutlich besser dran sind. Mein erster Tag beim Radio war ein Highlight, weil ich hier sofort einen sendefähigen Beitrag erstellen durfte.

literatur-diskussion: Und wie sieht es privat aus – Ihre schönsten oder großartigsten Momente und diejenigen, die Sie am liebsten vergessen würden?
Fitzek: Oh, mit den Geschichten fülle ich Bücher und Lesungen. Im Nachwort von Splitter habe ich meine peinlichsten Momente erwähnt. In allen anderen Danksagungen stoßen sie auf die wunderbaren Menschen, mit denen ich zusammen arbeiten und leben darf. Und diese Menschen sind meine Highlights.

literatur-diskussion: Dieses Jahr feiern Sie als Autor Jubiläum – erst mal herzlichen Glückwunsch für „10 Jahre Sebastian Fitzek“. Anlässlich Ihres Jubiläums dürfen wir uns auf verschiedene Veranstaltungen von und mit Ihnen freuen. Verraten Sie uns, auf was genau wir uns bei Ihrer Jubiläumsshow freuen dürfen?
Fitzek: Das wird eine Sound-Track-Tour. Das heißt, ich toure mit einer Band, die mich begleiten wird und eine extra für die Show und das Buch komponierten Soundtrack spielt, während ich lese.

literatur-diskussion: Und worauf freuen Sie sich bei den Shows am meisten?
Fitzek: Auf den Kontakt zu meinen Leserinnen und Lesern, denn ich gehe natürlich auch ins Publikum, wie immer.

literatur-diskussion: Der 26.10.2016 ist nicht nur wegen dem Auftakt zu Ihrer Jubiläumsshow ein besonderes Datum – auch Ihr neuer Thriller Das Paket erscheint an dem Tag. Bei Droemer Knaur findet man bereits den Klappentext, der wieder Spannung und Nervenkitzel verspricht. Wie und wann entstand die Idee?
Fitzek: Ich schöpfe die meisten Inspirationen aus dem Alltag. Als mich eines Tages mein Postbote bat, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen, wunderte ich mich, dass ich den Namen des Adressaten gar nicht kannte. Ich dachte, dass ich jeden in der Straße kennen würde. Und schon machte ich mir Gedanken: Was, wenn das kein normales Paket ist. Wenn es einen bestimmten Grund hat, das ausgerechnet ich dieses Paket entgegen nehmen sollte. Und wenn sein Inhalt so grauenhaft ist, dass es mein Leben für immer verändert ...

literatur-diskussion: Von der ersten Idee zum fertigen Manuskript: Wie lange haben Sie an Das Paket gearbeitet?
Fitzek: Ungefähr ein Jahr.

literatur-diskussion: Vergewaltigung und Mord sind ja leider Themen, auf die man auch im realen Leben immer wieder trifft. Wie haben Sie Ihre Recherchen erlebt – und wie konnten Sie sich anschließend immer wieder aus dieser schlimmen Realität zurück in den Alltag mit Familie und Freunde kämpfen?
Fitzek: Bei meinen Büchern interessieren mich weniger die Täter als vielmehr die Opfer, die oft lebenslang unter den Folgen der Gewalttaten zu leiden haben. Ich habe viele, zum Teil sehr intensive, Gespräche mit Opfern und Angehörigen geführt. Danach ist es nicht möglich, einfach abzuschalten und zur Alltagsroutine überzugehen. Ich muss mich erst an den Schreibtisch setzen und mir die Emotionen von der Seele schreiben.

(KZU) Wir bedanken uns bei Sebastian Fitzek für das Interview, ebenso beim Verlag Droemer Knaur für den Kontakt. Wie hat Dir das Gespräch mit dem beliebten Thriller-Autor gefallen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar hier im Blog, sowie auf Twitter oder Facebook!
TIPP: Lies auch die Buchbesprechung zu Passagier 23!

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