Samstag, 11. Juni 2016

Rezension zu "Die Sommer mit Lulu" von Peter Nichols


Eine faszinierende Story, gespickt mit Raffinessen



Seit Ende Mai 2016 ist der Roman Die Sommer mit Lulu  von Peter Nichols im Handel erhältlich. Zwischen den malerischen Landschaften Mallorcas spielt sich eine Liebesgeschichte ab, die von Tragik und Schicksal geprägt ist – und sie beginnt am Ende. Eine packende Familiensaga, verlegt vom Klett-Cotta Verlag…

Peter Nichols nutzt seine Erfahrungen

Bevor Peter Nichols Schriftsteller wurde, fuhr er zehn Jahre lang zur See. Dort erworbenes Wissen und seine Erfahrungen nutzte er, um später mehrere Bücher über das Segeln zu verfassen. Heute lebt er in Großbritannien sowie  den USA – und greift bei seiner Arbeit noch heute auf Erlebnisse aus der Zeit als Seefahrer zurück. In Die Sommer mit Lulu erzählt Peter Nichols nicht nur eine tragische Liebesgeschichte, sondern flechtet auch immer wieder auf hoher See spielende Szenen ein – was dem Roman einen besonderen Charme verleiht.

Die Sommer mit Lulu – Kurzbeschreibung des Inhalts

Lulu und Gerald verbindet eine kurze Ehe, die 60 Jahre zurück liegt. Was von der einstigen Liebe geblieben ist: der Hass. Zufällig begegnen sie sich an den Klippen Mallorcas wieder und stürzen im Streit die Klippen hinab in ihren Tod. Das Ende von Lulu und Gerald ist der Beginn von Nichols Liebesgeschichte: Eine Familiensaga, die ein doppeltes Schicksal ebenso fordert wie eine doppelte, tragische Liebesgeschichte – und sie wird rückwärts erzählt.

Die sprachliche Umsetzung der Story in der Rezension von Die Sommer mit Lulu

Peter Nichols schildert die traumhafte Insel Mallorca in all ihrer Schönheit. Der Leser erfährt die Veränderungen mit rückwärts gerichtetem Blick – je weiter der Erzähler in der Geschichte zurückblickt, desto intensiver nimmt man als Leser die Veränderungen war, die Zeit und Wandel geschuldet sind. Sprache und Stil vermittelt Peter Nichols gekonnt: Er flechtet immer wieder Dialoge ein, die teils auf Französisch, teils auf Spanisch erfolgen. Wer keine Kenntnisse über die beiden Sprachen hat, kann den Dialogen leider nur teilweise folgen, da sich der Kontext nicht immer durch die deutschen  Antworten erschließt. Obwohl der Sprachmix eine Besonderheit darstellt, die dem Roman eine gewisse Lebendigkeit verleiht, kann dies bei fehlenden Fremdsprachenkenntnissen zur Störung im Lesefluss führen. Beim Lesen fällt ebenso auf, dass der Autor vereinzelt lange Schachtelsätze in den sonst leichtverständlichen Text einschummelt. Dies könnte allerdings auch der Übersetzung vom englischen Originaltext ins Deutsche geschuldet sein. 
Die Figuren, die Nichols in seinem Roman schafft, erscheinen überzeugend und authentisch. Auch wenn sie teilweise etwas schräg wirken: Unwahrscheinlich ist es nicht, solchen Charakteren auch im wahren Leben zu begegnen. Die klare Besonderheit an dem Roman ist, dass die Geschichte am Ende beginnt. Der Leser wird auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen, in der er zunehmend die Wesenszüge der Persönlichkeiten kennenlernt – und dadurch auch zunehmend mehr Verständnis für ihre Verhaltensweisen und Handlungen aufbringt.

Fazit in der Rezension von Die Sommer mit Lulu

Für Manche ist die Erzählung einer Geschichte, die am Ende beginnt und sich zum Anfang vorarbeitet, gewöhnungsbedürftig. Für uns war es eine Besonderheit, die uns begeisterte und in den Bann zog. Unser Fazit: Eine faszinierende und mitreißende Story, gespickt mit Raffinessen, Ideenreichtum und Expertise von Peter Nichols – und eine besondere Liebesgeschichte, die nicht durch Kitsch überzeugt, sondern durch spezielle Charaktere und Schicksalsschläge.

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