Mittwoch, 6. Juli 2016

Rezension zu "Letzter Bus nach Coffeeville" von J. Paul Henderson


Ein großartiger Roman über Freundschaft



Was Paul McCartney, Fidel Castro und Che Guevara mit Letzter Bus nach Coffeeville zu tun haben und wie drei beste Freunde nach Jahrzehnten wieder vereint – mit der Alzheimer Krankheit im Gepäck – sich auf eine abenteuerliche Busreise durch die USA begeben, erfährst Du in dem großartigen Roman über Freundschaft von J. Paul Henderson.  Wir geben Dir einen ersten Einblick in den Roman Letzter Bus nach Coffeeville...

Über J. Paul Henderson


1948 in Bradford, Yorkshire geboren, an der Mississippi State University in Amerikanistik promoviert und in verschiedenen Jobs als Busfahrer, Finanzbuchhalter und Vertriebschef des Sachbuchverlags Wiley tätig: J. Paul Henderson blickt auf einen bunten Lebenslauf zurück. Schriftsteller wurde er mit Letzter Bus nach Coffeeville. Den Roman verfasste er, nachdem seine Mutter an Alzheimer erkrankte und starb. Heute lebt er wieder in seinem Geburtsort.

Über den Roman Letzter Bus nach Coffeeville


Nancy verlangt ihrem Freund Gene in ihrer Jugend ein Versprechen ab: Sollte sie jemals an der vermeintlichen Familienkrankheit Alzheimer erkranken, soll er sie zurück nach Mississippi bringen. Kurz darauf trennt sich das Paar und geht jahrzehntelang getrennte Wege – bis Nancy sich mit einem Telefonanruf bei Gene meldet und sagt „es wäre so weit“.
Gene löst sein Versprechen ein: Gemeinsam mit ihrem alten Freund Bob sind die drei alten besten Freunde wieder vereint und für sie beginnt die Reise mit einem gemieteten Bus quer durch die USA. Mit dabei sind Genes Patensohn Jack und der 13-Jährige Eric, der per Zufall Fahrgast im Bus nach Coffeeville wurde. Allgegenwärtig bei der Busreise ist der unangenehme Fahrgast Alzheimer, der nicht nur ein Mal zu unangenehmen, lustigen und skurrilen Situationen führt.

Unsere Rezension zu Letzter Bus nach Coffeeville


J. Paul Henderson schreibt humorvoll, einfühlsam, charmant und frech. Während der Leser die einzelnen Charaktere und deren Leben genau kennenlernt, nimmt J. Paul Henderson einen mit auf eine Reise durch die Jahrzehnte – und durch die amerikanische Geschichte. Die drei besten Freunde lernten sich zum Beispiel in den 1960ern kennen – einer Zeit, in der in den USA noch Diskriminierung gut geheißen und Rassentrennung gelebt wurde. Die drei Freunde Gene, Nancy und Bob lernten sich in einer Bürgerrechtsbewegung kennen, die später als Freedom Riders per Busfahrt quer durch die USA ein historisch wertvolles Zeichen setzten. Da der Leser in die Einzelschicksale abtaucht, gehen die Anfänge der Ereignisse teilweise bis ins 18. Jahrhundert zurück, über den Weltkrieg, zum Vietnamkrieg und bis zur Kuba-Krise. Der in Amerikanistik promovierte J. Paul Henderson macht in Letzter Bus nach Coffeeville amerikanische Geschichte lebendig, ohne dass dabei Langeweile aufkommt.
Sprache, Stil, Dialoge und Handlungsstränge sind oft mit einer ordentlichen Portion Humor gespickt, auch wenn die Themen ernst sind. Mit den Figuren hat J. Paul Henderson besondere Charaktere erschaffen, die trotz ihrer extrem unterschiedlichen Charakterzüge und Schicksalsschläge dennoch beste Freunde sind – anfangs nur die drei alten besten Freunde, später auch Genes Patensohn Jack und der 13-Jährige Waise Eric, der mithilfe der Freunde nach seiner einzig lebenden Verwandten sucht. Drei Generationen, fünf Schicksale und eine turbulente Reise festigen das Band der Freundschaft auf dem Trip nach Coffeeville.

Die Fahrt nach Mississippi ist nicht das einzige Versprechen, das Nancy ihrem Freund Gene abnimmt. Er soll ihr auch dabei helfen, nicht Gefangene ihrer Krankheit zu werden und entsprechende Schritte einzuleiten, wenn es so weit ist. Damit thematisiert J. Paul Henderson ein brisantes Thema um Moral und Unmoral in Sachen Sterbehilfe. Wie verhält sich ein wahrer Freund, wenn er um so einen Gefallen gebeten wird?

Die Charaktere in Letzter Bus nach Coffeeville könnten kaum unterschiedlicher sein. Und auch ihre jeweiligen Schicksalsschläge und Lebenswege sind in vollkommen unterschiedliche Richtungen verlaufen, wodurch sich die Persönlichkeit teilweise über Jahrzehnte hinweg veränderte. Einmal mehr macht J. Paul Henderson damit deutlich, dass alle unsere Handlungen und Erlebnisse uns zu dem machen, was wir heute (und morgen) sind. Trotz skurriler, frecher, naiver, introvertierter und extrovertierter Persönlichkeiten sind die Figuren in Letzter Bus nach Coffeeville authentisch.

Unser Fazit


Wer sich auf eine Reise durch die USA begeben möchte, kann sich mit Letzter Bus nach Coffeeville definitiv auf ein großartiges Abenteuer einlassen, dessen Fokus auf dem Thema Freundschaft liegt. Klare Kaufempfehlung von uns!


(KZU) Hat Dir unsere Rezension gefallen? Hast Du bereits Letzter Bus nach Coffeeville gelesen und möchtest Deine Meinung mit uns teilen? Dann freuen wir uns auf Deinen Kommentar – hier auf unserem Blog oder auf unseren Social Media Kanälen.








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ein Blog lebt erst durch Kommentare und dem Dialog.
Wir freuen uns daher über jeglichen "Senf", den ihr abzugeben habt. :)